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Im 18. Und 19. Jahrhundert verdienten in London einige ihren Lebensunterhalt damit, die Uferbereiche des Flusses nach verwertbaren und verkaeuflichen Sachen zu durchsuchen. Die Gezeiten beeinflussen natuerlich den Wasserstand der Themse, und das Wasser schwemmt seit Jahrhunderten alles moegliche an. Man muss es nur suchen und finden. Fuer viele Kinder und aeltere Leute war das ein Zubrot, aber andere betrieben die Suche als Hauptbeschaeftigung, und man nannte sie mudlarks. Als mudlark zu arbeiten war keine angenehme Taetigkeit. Die Leute hatten sich den Job nicht ausgesucht, die Not trieb sie dazu. Anders als heute war es damals alles andere als vergnueglich, die Uferbereiche aufzusuchen und zu erkunden. Der Fluss trug alles Richtung Meer, was die Bewohner Londons nicht gebrauchen konnten, man kann sich vorstellen, was das bedeutet. Auf der anderen Seite bedurfte es als mudlark keines besonderen Talentes, man musste nur scharfe Augen haben und konnte sich zumindest seine Zeit frei einteilen.
Mudlarking gibt es heute noch, aber diejenigen, die heute die sogenannten foreshores absuchen, tun das aus Spass an der Sache. Selbst Touristen sieht man ab und zu bei Ebbe zum Flussbett hinuntersteigen, man weiss ja nie, vielleicht hat die Themse eine alte roemische Muenze angespuelt? Was viele nicht wissen, es gibt beim mudlarking Regeln und Verordnungen, die eingehalten werden muessen. Zunaechst mal ist es jeden gestattet, die Uferbereiche in London zu betreten und den Boden abzusuchen. Bevor man das tut, sollte man aber ein paar Ratschlaege beherzigen. Common sense, you know. Das Wasser steigt und faellt jeden Tag um bis zu sieben Meter. Sowas sollte man nicht unterschaetzen. Einigermassen robuste Schuhe sind unerlaesslich. Der Boden ist matschig, rutschig, und kann auch sowas wie Glas oder Metallstuecke beherbergen. Mobile phone mitnehmen, nur fuer den Fall, man weiss nie. Und dann kann es losgehen.
Aber und das ist wichtig: im Boden kratzen oder sogar Steine umdrehen, um Gegenstaende darunter hervorzuholen wird als graben angesehen und braucht eine Erlaubnis.
"If you are planning to go metal detecting or digging on the Thames foreshore you must have a permit from the Port of London Authority. An "eyes only" search or walking on the Thames foreshore without digging does not require a permit. Note: Scraping the Thames foreshore surface with any type of implement is considered digging."
Der Uferbereich der Themse, also das Land, das man nur bei Ebbe begehen kann, ist in Privatbesitz von Crown Estate und Port of London Authority. Wer dort graben moechte, muss sich das genehmigen lassen. Kein Scherz, die Oberflaeche darf man absuchen, alles andere braucht eine Genehmigung. Das sogenannte Standard Digging Permit erlaubt das Graben bis zu einer Tiefe von 7.5 cm, mit einem Mudlark Permit darf man bis zu 1.2 Meter rumbuddeln. Und es versteht sich von selbst, dass man Gegenstaende, die eventuell von achaeologischem Interesse sein koennten, abgeben muss.
Details zu den permits findet man bei der Port of London Authority und eine schoene FB Seite eines mudlarkers gibt's natuerlich auch.
Happy digging.

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