Yep, richtig gehoert, Straende in London, die gab es und gibt es - mit einigen Einschraenkungen - noch immer. Wenn die Ebbe einsetzt, zieht sich der Fluss fuer einige Stunden zurueck, und man kann ueber Treppen hinuntergehen und auf dem Flussbettrand rumlaufen. Macht durchaus Spass, und mit etwas Glueck findet man seltsame und alte Dinge.
Normalerweise ist das Flussbett eher steinig, aber einige Uferbereiche sind sandig, naja, das Ganze dann als Strand zu bezeichnen, ist vielleicht etwas uebertrieben, aber vor ca. 70 Jahren war das alles ganz anders.
1934 beschloss der Tower Hill Improvement Trust, den eher matschigen Uferbereich zwischen dem Tower und St. Katherine's Steps in einen Strand umzuwandeln. 1.500 Tonnen Sand wurden herangekarrt, und im Juli 1934 wurde Tower Beach offiziell eroeffnet. Koenig George V. erklaerte, dass der Strand fuer immer von den Kindern Londons benutzt werden sollte.
Tower Beach wurde sofort ein Riesenerfolg. Zwischen 1934 und 1939 kamen ueber eine halbe Million Menschen, um fuer einige Stunden in der Sonne zu liegen und im Fluss zu schwimmen.
Waehrend des zweiten Weltkrieges war der Strand geschlossen, wurde aber danach sofort wieder eroeffnet, und noch bis 1971 kamen Menschen, um die "Riviera" in London zu geniessen. Dann allerdings nahm die Verschmutzung der Thames so dermassen bedrohliche Ausmasse an, dass der Strand geschlossen werden musste.
Heute ist der Grossteil des Sandes weggewaschen, das heisst aber nicht, dass der Strand nicht mehr benutzt wird. Es gibt Initiativen, den alten Tower Beach wieder zu eroeffnen und regelmaessig werden Parties veranstaltet, nicht nur am Tower sondern auch am Uferbereich der Royal Festival Hall. Da sage einer noch, man muss in den Sueden, um in der Sonne zu braten, alles Quatsch.
Needless to say, wer im Flussbett herumlatscht, sollte vorsichtig sein und das Wasser beobachten. Treppen gibt es ueberall, aber wer will schon nasse Fuesse in der Thames bekommen oder unfreiwillige Schwimmlektionen erhalten.

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