In London leben nach Schaetzungen je nach Jahreszeit zwischen 10.000 und 20.000 Fuechse – andere Quellen sagen sogar bis zu 80.000. Fuechse haben anscheinend bereits nach dem ersten Weltkrieg begonnen, auf den Inseln den urbanen Raum zu erobern. Aber vermutlich sind sie erst in den letzten 10 bis 20 Jahren auch in das Zentrum Londons bis hin zur Oxford Street vorgedrungen. Heute leben bis zu 10 Tiere pro qkm in der Stadt.
Die Lebensvorteile fuer den Fuchs liegen auf der Hand. Es gibt keine nervigen Jaeger, die es grossartig finden, auf alles zu ballern, was sich bewegt und ein Fell traegt (little things please little minds), weniger freilaufende Hunde, die fuer einen Fuchs ganz schoen laestig sein koennen, und Menschen haben meist keine Probleme mit den Tieren, da sie nachtaktiv sind.
Die Anzahl der Unterschluepfe in Grossstaedten ist endlos, und manchmal werden die Tiere sogar von den Menschen gefuettert, was allerdings nicht anzuraten ist. Zwar existiert die Tollwut in England nicht, aber der Fuchs ist ein Wildtier und sollte es auch bleiben. Aber auch ohne den Menschen gibt es genug Nahrung, und nicht selten pluendern die Tiere die Muelltonnen. Auch ich habe schon frueh morgens einen Fuchs im Vorgarten gesehen, der neugierig an unseren Tonnen herumschnueffelte.
Gartenschuppen sind perfekt zum schlafen, im Herbst gibt es Fallobst, ansonsten muessen der Kompost, Insekten oder Gartenpflanzen fuer den Allesfresser herhalten, und wilde Kleintiere sind auch nicht selten in dieser Stadt.
Allerdings sagen viele, man muesste die Tiere loswerden, da sie Krankheiten verbreiten und sogar gefaehrlich seien. Die RSPCA wiederum warnt vor dem Fangen und wieder Freisetzen auf dem Lande, da die Fuechse dort nahezu mit Sicherheit sterben wuerden. In der Stadt aufgewachsen kommen sie mit dem Leben dort einfach nicht zurecht. Und der Einsatz von Gift ist sowieso wieder mal typisch Mensch und vollkommen verbloedet.
Katzen und Fuechse haben anscheinend keine wesentlichen Probleme miteinander, da sie sich schlicht aus dem Weg gehen. Manchmal sind Tiere eben doch klueger als Menschen – wir moegen uns nicht, wir gehen uns aus dem Weg, deswegen muessen wir uns ja nicht gleich gegenseitig massakrieren, klingt irgendwie logisch oder? Wer ausserdem seine Kaninchen im Garten im nicht gesicherten Drahtkaefig haelt, ist selber schuld, wenn der Fuchs sein dinner davon bestreitet. Denn dumm ist er nicht, der Fuchs.
Der einzige (un)natuerliche Feind des Fuchses in der Stadt ist somit das Auto, und ausserdem sollten wir nicht rumjammern. Schliesslich hat nicht der Fuchs die Stadt mit allen den wunderbaren Nahrungsquellen und Unterkuenften erbaut, sondern wir Menschen.

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