Oder: Protokoll einer lustigen Zugfahrt. Mission: Ich muss um 18.00 Uhr in Hendon sein. Nicht fuenf nach sechs sondern Punkt sechs, allerspaetestens! Also alle moeglichen Verbindungen nachgesehen, kein Problem, mit Thameslink Metro von Blackfriars nach Hendon. Direkt, ohne Umsteigen. Abfahrt 17.03 Uhr, Ankunft 17.27 Uhr in Hendon. Etwas mehr als eine halbe Stunde Reserve fuer Verspaetungen. KANN nichts schiefgehen.
16.45 Uhr: Zu Fuss vom Buero zur Station Blackfriars. Einmal ueber den Fluss, gleich um die Ecke, genug Zeit, um noch ein Ticket zu kaufen. Fluss schleppt sich traege und gemuetlich dahin. Nicht ablenken lassen! Mission Hendon 18.00 Uhr!
16.58 Uhr: Ankunft Blackfriars. Check Anzeigetafel: Zug bereits zehn Minuten zu spaet. Bugger! Ticket gekauft, keine Warteschlange!?! Kann alles noch klappen. Zweiter check Anzeigetafel: Zug jetzt 14 Minuten Verspaetung. Crap! Die Haelfte meiner Zug-zu-spaet-Reserve im Arsch. Na toll. Schneller public transport geschaerfter check aller uebrigen Zuege. Naechster Zug nach Kings Cross in vier Minuten. That’s me, baby, that’s me! Kings Cross liegt auf der Strecke und mit etwas Glueck erwischt man einen anderen Zug aus Wimbledon in Richtung Hendon.
17.07 Uhr: Lautsprecherdurchsage: “Wir bedauern mitteilen zu muessen, dass anstelle der ueblichen acht coaches heute leider nur vier coaches…, blah, blah, blah”. Ist das ein Problem, fragt sich der geneigte Leser (hoffentlich mir wohlgesonnen)? Nein, das ist lediglich ein kleines Aergernis. Die ungefaehr sieben Millionen Pendler auf dem Bahnsteig muessen sich eben in vier statt in acht coaches quetschen. Logger bleiben.
17.08 Uhr: Zug kommt an. Erfolgreiche Quetschung.
17.12 Uhr: Zug steht immer noch am Bahnsteig. Leichte Nervositaet. Pendler koennen zu spaet nach Hause kommen. ICH habe einen Termin!
17.13 Uhr: Zug bewegt sich. Fortschritt!
17.24 Uhr: Ankunft Kings Cross. Bahnsteig komplett ueberfuellt. Check Anzeigetafel. All northbound trains are totally and utterly f***ed! Naechster Zug nach Hendon in weiter Ferne. Idee! Naechsten Zug nach West Hampstead nehmen! Ist nicht weit von zu Hause, auf dem Weg, und wenn ich zu spaet komme, kann ich wenigsten nach Hause gehen (und mir ein kuehles pint goennen, tempting, innit?
17.26: Zweite erfolgreiche Quetschung. “We’ve got a long way to go and a short time to get there…”
17.37 Uhr: Ankunft West Hampstead. Check. Trains still scre**d. Naechster Zug nach Hendon in fuenf Minuten. Soll man der Anzeige glauben? Was tun? Warten.
17.45 Uhr: Zug kommt tatsaechlich an (und am richtigen Bahnsteig!). Was solls, final destination ist nicht weit, den Versuch wert. Dritte erfolgreiche Quetschung. (There goes my pint, sigh)
17.55 Uhr: Ankunft Hendon. Mission accomplished!
War das nun so schwer?

Das erinnnert mich an den letzten Sommer, als die meisten Züge nicht fahren konnten, weil die Gleise und/ oder das Gleisbett mit der Hitze nicht klarkamen. Das war doch mal ne tolle Begründung!
Posted by: Andi | 28/04/2004 at 09:33