Black cab drivers sind priviligierte Menschen. Sie duerfen den ganzen Tag in teuren Autos herumfahren. Sie duerfen ausserdem in der Oeffentlichkeit pinkeln. Aber nur an einem Taxistand. Und nur im Notfall. Und nur gegen das Rad des eigenen Taxis. Und nur gegen das Hinterrad an der Bordstein- seite. Ausserdem muessen sie dabei mit einer Hand das Taxi anfassen und laut "Relief!" rufen.
Das klingt so selten daemlich, das kann gar nicht wahr sein. Ist es aber. Gesetzliche Grundlage fuer die cabs ist das soge- nannte Hackney Carriage Law. Und das ist ueber einhundert Jahre alt. Vor einhundert Jahren gabs keine Taxen sondern Pferdedroschken. Und der Sicherheit wegen (Pferde tendieren ja manchmal zu seltsamen Aktionen), mussten die Fahrer (oder heisst es Fuehrer?) jederzeit bei den Viechern bleiben. Man weiss ja nie. Keine lunch breaks im pub und keine Toiletten. Natuerlich ist das nur ein kleiner Teil des Gesetzeskatalogs, aber gueltig ist es immer noch. Man hat wohl vergessen, es abzuschalten, nachdem die Pferde abgeschafft wurden.
Cab driver hatten ausserdem stets einen Heuballen und einen Sack Hafer im Kofferraum zu haben. Die Regel wurde aller- dings anscheinend 1976 aufgehoben. Aber bis dahin gab es Firmen, die kleine Heu- und Haferpakete an die cab Firmen lieferten. Die Polizeipferde wuerden es heutzutage vermutlich immer noch schaetzen, aber Dieselmotoren haetten so ihre Probleme mit Hafer.
Wer es nicht glaubt, einfach einen cabbie fragen. Die aelteren kennen diese Gesetze noch und lachen sich jedesmal kaputt, wenn man es erwaehnt.


Kutscher.
Posted by: Wilhelm | 24/01/2005 at 21:50
Immer diese modernen Transportwege der Priviligierten....
Was hat das mit Leben zu tun? Da quetscht man sich doch lieber in die Tube und macht den 2m Kerl nebenan ein Kompliment, wenn der Achselschweiss mal etwas weniger stinkt...
Posted by: Ruben | 25/01/2005 at 19:40