Es war der 10. April 1955, Ostersonntag, nachmittags. David Blakely hatte sich mit mit einem Freund in einem pub in Hampstead, der Magdala Tavern, verabredet. Blakely neigte zu Gewalttaetigkeiten und war bekannt als Trinker. Seine Karriere als Rennfahrer verlief nicht sonderlich erfolgreich. A waster, so wurde er spaeter bezeichnet. Nach einigen Stunden verliess er den pub zusammen mit seinem Freund. Vor dem Gebaeude wartete seine Geliebte auf ihn, Ruth Ellis. Blakely und Ellis hatten eine leidenschaftliche und von Streitigkeiten ueberschattete Beziehung. Ellis hatte zehn Tage zuvor eine Fehlgeburt erlitten, nachdem Blakely sie in den Bauch geschlagen hatte. Das Paar hatte eine nanny engagiert, und Ellis war ueberzeugt, dass Blakely eine Affaere mit ihr hatte. Zu unrecht, wie sich spater herausstellte. Ein Freund besorgte Ellis einen Kaliber 38 Revolver, und sie ueberredete ihn, sie zur Magdala Tavern zu fahren. Als Blakely auf die Strasse trat, feuerte sie auf ihn. Einmal. Ein zweites Mal. Blakely brach zusammen. Ruth Ellis entleerte den Revolver auf den an Boden liegenden Koerper. Point blank range.
Sie liess sich widerstandslos mit der Waffe in der Hand verhaften und gab den Mord zu. Am 20. Juni 1955 wurde das Verfahren eroeffnet. Es sollte ein kurzes Verfahren werden. Auf die Frage, "Mrs. Ellis, when you fired that revolver at close range into the body of David Blakely what did you intend to do?", antwortete sie: "It was obvious that when I shot him I intended to kill him."
Die Jury benoetigte vierzehn Minuten fuer das Urteil, und Ruth Ellis wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Worauf sie antworte: "Thank you". Sie entschied sich gegen eine Berufung, und am 11. Juli wurde das Urteil gegen den Protest tausender Menschen bestaetigt. Am 13. Juli 1955 um 9.00 Uhr morgens wurde Ruth Ellis in Holloway Prison erhaengt. Sie war 28 Jahre alt und die letzte Frau, die in England von Rechts wegen getoetet wurde. Etwa eintausend Menschen kamen zum Gefaengnis, um auf den Strassen schweigend der Hinrichtung beizuwohnen.
1985 wurde das Leben von Ruth Ellis verfilmt. Noch heute kaempft Ihre Schwester darum, das Urteil posthum in Totschlag umzuwandeln. Vergebens, wie es scheint.


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