Jahrhunderte alte Kochkunst, das Wissen darueber von Generation zu Generation weitergegeben, verewigt in einem indischen Klassiker: Sag Paneer. Und dann kommt der Deutsche daher, der sich sagt, Sekunde mal, ist doch nur Spinat und Kaese, wassollnder Quatsch? Alle indischen chefs, jetzt bitte nicht weiterlesen, denn sogleich folgt das Rezept fuer den bornierten und ungebildeten Europaeer.
Man nehme Spinat, tiefgekuehlt, kein Problem (aber bitte kein Blubb Tinnef, in anderen Worten ohne Sahne). In den Topf damit, etwas Wasser dazu und bei kleiner Hitze koecheln lassen. Kein Salz, noch nicht, erst mal schoen durchkochen. Nebenbei Paneer (aus dem Supermarkt Ihres Vertrauens) in kleine Wuerfel schneiden. Wenn man mag, die Teile in Butter anbraten, muss aber nicht sein. Zurueck zu einem meiner Lieblingsgemuese, dem Spinat. Ich koennt mich reinsetzen in das Zeug (im uebertragenen Sinne). Etwas Tomate in Stuecken aus der Dose und die allseits beliebte spicy Bombay Gewuerzmischung dazu, in ausreichender Menge, plus ein wenig Koriander und ein bischen Chilli Paste. Gut ruehren und nochmal koecheln. Wichtigstes Grunprinzip beim curry: Cook the shit out of it. Jaja, Ihr superwichtigen Ernaehrungswissenschaftler, alle Vitamine ueber den Jordan und so. Essen ist zunaechst mal Genuss, und dann reden wir ueber Naehrwerte. Und ein ganzer verdammter Kontinent kann nicht falsch liegen.
Dann Paneer dazu und wir raten? Genau. Koecheln lassen. Etwas Salz falls gewuenscht und getze ganz wichtig, ordentlich Joghurt rein. Die fette Naturvariante bitte. Nicht dieser alberne fast kein Fett, ich muss abnehmen Schwachsinn. Durchruehren, fertig. Superlecker! Dazu natuerlich Reis. Koennt ich kiloweise in mich reinstopfen.
Und wie war das mit Spinat darf man nicht aufbewahren und nicht am naechsten Tag den Rest essen? Also, ich lebe noch.



Damit Du auch mal was lernst:
http://www.swr.de/buffet/teledoktor/2001/07/10/
Posted by: Andi | 25/03/2005 at 10:36
Paneer Paratha - in fact Paratha full stop, aren't exactly bad either. Now if I could only buy the ingredients in Stuttgart...
Posted by: actualfactual | 05/04/2005 at 18:35
beim angucken wird mir zwar schon schlecht, aber ich werds mal kochen. :P
Posted by: Selina | 02/01/2007 at 12:18
Na klar kann man auch in Deutschland die erforderlichen Zutaten fuer sowas kaufen. Gibt genuegend Laeden, die Asiakram fuehren und dort meist auch eine schoene Auswahl an indischen Gewuerzen (und viele haben auch die Glaeser mit den halbfertigen Sossenmischungen - das ist nicht so mein Fall, selbst gekoechelt und gewuerzt schmeckt eh besser). Und wenn es am Paneer mangelt, den kann man recht einfach selbst herstellen, auch wenn das n bissel Zeit kostet: 2 Liter Milch in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Wenn sie anfaengt zu kochen, einen Essloeffel milden weissen Essig reinkippen (Apfelessig zum Bleistift), Hitze reduzieren und schoen ruehren. Die Milch muss zusammenfahren und drumherum eine gruenliche Molke entstehen. Wenn das nach einem Loeffel Essig noch nicht klappt, vorsichtig einen weiteren halben oder ganzen Loeffel Essig rein und schoen ruehren. Mindestens dann sollte es klappen. Nicht hektisch viel Essig reinkippen, viel hilft nicht viel! Ein grosses Sieb mit einem Geschirrtuch auslegen, die ganze Pampe reinkippen. Molke ablaufen lassen. Etwas kaltes Wasser drueberlaufen lassen, um die Molkereste rauszuspuelen, dann das Tuch zusammennehmen und ordentlich auswinden. Wenn keine/kaum noch Molke mehr rauskommt, mit einem Stueck Strippe abbinden und den Inhalt des "Saeckchens" zu einem flachen Kuchen druecken (nicht zu flach, mehr als 2 cm Dicke sollte es schon haben, es soll noch weiter gepresst werden, ohne zur Briefmarke zu werden). Auf die Abtropfflaeche der Spuele ein Schneidbrett legen und das Paeckchen obendrauf. Den groessten Topf, der im Haushalt vorhanden ist, mit Wasser fuellen (5 Liter sollte er schon fassen, sonst einen Eimer nehmen) und draufstellen. Wer andere Gewichte dieser Groessenordnung zur Hand hat, kann die auch nehmen.
Dann sich ein Bier, Wein oder was auch immer eingiessen, das komische Zeugs auf der Spuele ignorieren und den Abend geniessen. Am naechsten Tag dann den Topf runternehmen, das Paeckchen auspacken, Paneer kleinschneiden und es kann losgehen mit dem Kochen :-)
Die Zubereitung dauert wirklich nicht viel laenger, als den Sermon hier zu lesen und das Resultat ist superlegger. Unser Lieblingsrezept ist uebrigens nicht der Paneer in Spinat, sondern in einer speziellen Tomatensauce mit Erbsen. Oder die Variante mit einem Haufen Gemuese in Mandelsauce, mit reichlich Kardamom, Zimt und Nelken. Yummy :-)
Posted by: Saxa | 09/01/2007 at 18:10