
Hyde Park Corner: Marble Arch trohnt ein wenig verloren herum, kein Wunder, nachdem man das gute Stueck 1851 von der Strasse weg geholt hat. Speaker’s Corner, gleich um die Ecke. Auf der Park Lane werden exclusive Aston Martins, Porsches und Bentleys verkauft, und in fuenf Minuten ist man auf Londons Einkaufsstrasse Nr 1, der Oxford Street. Touristen warten auf die echten Tourbusse, und wenn es keine Veranstaltungen im Hyde Park gibt, sonnen sich Londoner in den Liegestuehlen. Am noerdlichen Ende von Hyde Park ist die Bayswater Road, viel Verkehr, machmal ist es so hektisch, dass man kaum Chancen hat, die Strasse zu ueberqueren. Dass muss man aber, wenn man zu der Adresse 8 Hyde Park Place moechte.
Seit ueber einhundert Jahren trotzt hier ein kleines Nonnenkloster des Benedektinerordens den Verlockungen der Grossstadt: Tyburn Convent. 1896 wurde der order of monastic nuns in Frankreich gegruendet. Mutter Marie Adele Garnier fluechtete 1901 mit den Ihren vor den dortigen Gesetzen gegen religious orders und machte sich auf nach London. So um die 25 Nonnen moegen dort heute wohnen und arbeiten. Wem der Laerm der Grossstadt zu viel wird, der sollte sich fuer eine kleine Weile in die Kapelle begeben. Sehr schlicht und gewiss nicht spektakulaer in der Architektur. Aber es ist schon beeindruckend, wenn man durch den Eingang mit den beiden Tueren tritt, und die Stille und die Ruhe die Oberhand uebernehmen.
Wunderbare Bilder vom Klosterleben kann man sich hier anschauen. Die website des Klosters finde ich einigermassen abgefahren, aber hey... Etwas mehr zur Geschichte von Tyburn gibts bei Wikipedia, und als naechstes schreibe ich ueber einen beruechtigten Londoner Massenmoerder. Soll mir keiner vorwerfen, es gaebe hier keine Abwechslung. Und nein, es ist nicht der alte Jack.

Da sieht man's wieder, man braucht keine Drogen, Religion reicht völlig. Der Einstieg in die Seite mach einem Angst; der Gesang kommt aus dem Nirvana. Dann kommt die Liste der 350 Märtyrer (es sind nicht alle aufgeführt, die Liste findet man im Kloster), weiter geht's mit den Reliquien (ist das der Fingerknochen von St John Roberts, OSB, gehänkt, ertrunken und gevierteilt am 10.12.1610?). Schließlich offenbart sich einem die Tatsache, das die bereits seit 1999 ihre Website haben (vielleicht haben die die auch schon hundert Jahre früher eingerichtet). - Das ist alles in allem beeindruckend. Standhafte Katholen in GB.
Posted by: Dany | 18/07/2005 at 20:59
Kloster Ich wusste nicht dass es dort ein Kloster gibt. Shame after 5 years in London ( 19/07/00 I arrived here). Deshalb lese ich Deinen Blog so gerne, weil ich immer wieder etwas neues ueber London lerne.
Re: Massenmoerder
Ja da gab es noch einen anderen irgendetwas mit Red im Namen wenn ich mich nicht irre? Kann mich nur dunkel erinnern
Posted by: Iris | 19/07/2005 at 09:16
Sweeney Todd? :-)
Posted by: Anna | 19/07/2005 at 09:47
Nein, nix mit "red" und der Herr Todd ists auch nicht : )
Posted by: Konstantin | 19/07/2005 at 10:04
John Christie?
Dr Crippen?
John George Haigh?
Gary Gilmore?
Charles Manson?
Posted by: Iris | 19/07/2005 at 10:12
Nein, keiner der genannten.
Posted by: Konstantin | 19/07/2005 at 10:18
Ok wuerde noch weiter googeln, muss mich aber wieder meiner Arbeit zuwenden. Freu mich auf Deinen Beitrag ;-)
Posted by: Iris | 19/07/2005 at 10:20
mir geht´s wie iris. interessanter blog, macht laune.
mörder-tipp:
die pest
ende!
é!
Posted by: é! | 19/07/2005 at 10:41
George Joseph Smith?
Graham Young?
Bei Bedarf: http://www.serienkiller.de/
Du siehst, Deine Leserinnen und Leser sind an den unschönen Geschichten interessiert.
Posted by: Andi | 19/07/2005 at 17:15
Befindet sich im Marble Arch nicht auch die kleinste Polizeistation Londons, wenn nicht gar Englands? Ich meine, ich hätte da mal irgendwas gelesen.
Posted by: The Cartoonist | 19/07/2005 at 21:44
Solche Locations inmitten des Chaos finde ich wunderschön, auch wenn ich mich nicht gerade als religiöser Mensch bezeichnen würde. ;-)
Das erinnert mich an ein altes überfülltes Städtchen in Italien, lärmend, heiss und laut. Durch eine kleine unscheinbare Holztür mitten im Stadtkern gelangte man plötzlich in eine verborgene kühle Kapellenhalle, total leer. Solche Zufluchten kommen manchmal sehr gelegen.
Posted by: anukk | 21/07/2005 at 09:13