
Ich gehoere zu den Menschen, die waehrend ihrer Kindheit Kuehe gefuettert und gemolken haben. Bei Geburten von Kaelbern und Schweinen war ich dabei, bei der Huhnaufzucht habe ich geholfen und Eier eingesammelt. Dem Besamer hab ich zugesehen (yuk), und genauso war ich zugegen, wenn die Viecher dann geschlachtet wurden (only fair). Hat mir nichts ausgemacht, ganz normale Sache. Naja, das erste kopflose Huhn fand ich nicht so prall. Hat aber lecker geschmeckt.

Wenn Stadtkinder auf lebende Nutztiere sehen, die sie ansonsten nur aus Schulbuechern kennen, ist das Erstaunen im allgemeinen gross. Ist ja auch nicht an der Tagesordnung, in London auf ein Schwein oder auf einen Esel zu treffen. Dann schon eher Ratten oder Fuechse, beide Spezies sind mir hier begegnet. Eine handvoll urban farms gibt es in London. Eine davon ist die Hackney City Farm, right bang in the middle of Hackney, East London. Schweine, Gaense, Enten, Schafe, Christmas dinners (Truthaehne). Richtige Viecher, die Geraeusche machen, die man anfassen kann. Und die kids laufen herum, sind voellig begeistert, und koennen es gar nicht fassen. Und so manchem erwachsenen Besucher sieht man auch an, dass die Erfahrung des "Landlebens" nicht regelmaessig auf der Agenda steht. Ich kenne Londoners, die noch nie in ihrem Leben eine Maus gesehen haben. Ziemlich witzig, das zu beobachten.
Die farm ist eine charity und wird vom oertlichen council unterstuetzt. Neben den Tieren, die wie auf einem ganz normalen Bauernhof gehalten werden, gibts auch ein wunderbares cafe, with good solid down to earth food. Chef vons Ganze ist Chris Pounds, der, kaum zu glauben, ein echter farmer ist, und den Laden seit mehr als elf Jahren betreibt. 60.000 Besucher kommen jedes Jahr, und viele locals sind Stammgaeste im cafe. Und wenn da nicht die vielbefahrene Hackney Road waere, koennte man meinen, man sei tatsaechlich irgendwo auf dem Land.

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