Ich bin gerade in einer metablogphase, weiss auch nicht wieso, also los jetzt. Im Januar 2004 erblickte London Leben das Licht der Cyberwelt. Damals: London = Blogwueste (deutschsprachig). Bloggen war aber gar nicht meine Intension. Nicht urspruenglich. Das Netz erzaehlte dies und das, aber Berichte suchte man vergeblich. Von Deutschsprachigen - nein, ganz ehrlich? Von Deutschen? Deutsche, die in London wohnen? Und die erzaehlen? Von Alltaeglichem, von Schwierigkeiten, von schoenen, bewegenden und persoenlichen Dingen? Nix. Natuerlich gab es (und gibt es immer noch) Tonnen von Pixelverschwendung in Sachen Touristenseiten. Ganz nett, aber nicht hilfreich. Nicht, wenn man das Land wechseln moechte und mehr oder weniger erfolgreich versucht, die Sprache anzunehmen.
"Bloggen ist eine seltsame Geschichte" heisst der Arbeitstitel zu diesem post. Meine Festplatte speichert zur Zeit ca. 80 posts. Zum Teil schon geschrieben, Photos stehen bereit. Bloody efficient Germans, honestly. Nun bauen wir diesen kurzen Abweichler mit dem ersten Absatz zusammen und kommen zu der Erkenntnis, dass das Bloggen bei mir aus Aergernis entstanden ist. Ich wollte unbedingt persoenliche Erfahrungen lesen. Meinungen, nicht den ueblichen Krams. Nichts vorhanden. Also entweder rumnoelen oder selber machen. Das nennt man Bloggen.
Diese Seite wird von ungefaehr 750 Lesern pro Tag aufgesucht. Die Google ads (hint, hint) tragen die Kosten fuer Typepad (mit den Jungs und Maedels bin ich uebrigens sehr zufrieden) und fuer die domain. Ich habe faszinierende Leute (bloggers natuerlich) kennengelernt: Kaltmamsell, Minispace, Jag, The Cartoonist, Hanno, Frank Jordans, Plep, Annie Mole, The Aaardvark, Mr. Bali Hai, Stonki, Johnny Haeusler, Maxx, Andi Bauer, Funkypancake, tolle Menschen, wunderbare blogs, viel Spass gehabt, thanks, many thanks. Und es sind Freundschaften entstanden, regelmaessige Kontakte. Das ist Bloggen.
Ich bekomme fast jede Woche "fan mail", Ideen, Hinweise, Anregungen, oder einfach nur ein "Danke". Das geht mir runter wie Oel, ganz klar. Ich schreibe, weil es Spass macht, weil mir keiner vorschreibt, wie es sein soll. Dies ist meine Seite. Das ist Bloggen. Es mag viele geben, die damit nichts anfangen koennen. Es gibt Kritik, ganz klar. Aber es gibt vor allem: Kommunikation, Auseinandersetzung, Diskussion, viel Unfug dabei, yes! Das ist Bloggen.
Als in London ein paar Leute dachten, sie koennten die Stadt mit Bomben zum Stillstand bringen, kramte ich ein Radio hervor und klemmte mich ans Netz. Daraus entstand ein Eintrag, der mehr als 6000 Leser an einem Tag anzog. Nicht, dass ich darauf stolz waere. Der Anlass passt nicht. Aber das ist Bloggen.
Ich verbringe viele Tage in der Stadt mit meiner Kamera. Ein hobby. Auf der Suche nach Augenblicken. Wahrlich nicht mehr. Ab und zu gelingt ein gutes Photo. Und dann passt es vielleicht zu einem post. Und ich lehne mich zurueck und denke, hey, das fuegt sich sehr fein zusammen. Dann waere es noch angemessen, die "spin-offs" (no, that's not fair, really) zu erwaehnen. Hey, wenn das hier laeuft, warum nicht andere Sachen (that's better) probieren? Das nennt man Bloggen.
Und es gab diese Tage, an denen ich mir angemasst habe, es besser zu wissen, als alle anderen. Und schwupps ins Netz gestellt. Und Hoelle und Verdammnis, wie schlecht war das. Aber man laesst es drin, im Netz. Weil genau das auch zum Bloggen gehoert.
Und all das werden Journalisten nie verstehen. Weil sie in Panik denken, die bloggers nagen an ihren Fruechten. Dabei hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun. Wir haben einfach nur Spass, Kinders. Ich zumindest. It's the blogs, stupid!
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