
Damals, um 1903. Zwischen Hampstead und Golders Green plante man eine Station fuer die Northern Line. Ueber 60 Meter unter der Oberflaeche, eine Herausforderung fuer die Ingenieure. Die Bahnsteige und unterirdischen Tunnel sind noch fertig geworden. Und das war es dann. Die Anwohner wehrten sich gegen den Bau der Station, und die enormen Kosten fuer den Bau der Lifte schreckten die Tube Bosse ab. "Bull and Bush" wurde sie auch genannt, die Station, und der Pub, der der Station diesen Namen gab, steht natuerlich noch. Pubs ueberleben einfach alles in London. North End ist die einzige Tube Station, die es quasi nie zur Oberflaeche geschafft hat, das arme Ding.
Vor dem zweiten Weltkrieg begann man mit der Konstruktion eines unterirdischen Systems von mehr als zwanzig Schleusentoren fuer die Tube. Ein Schottsystem wohl eher, wie man es von Schiffen kennt. Die Sorge vor moeglichen Wassereinbruechen, sei es durch Rohrbrueche oder schlimmer, durch Bombenangriffe, war gross. Leicester Square Station beherbergte die Zentrale, auf Knopfdruck konnte man die Schotten dicht machen. Keine sehr angenehme Vorstellung, in der Tube zu sitzen, und hinter und vor dem Zug schliessen sich massive Tore. Nach dem Krieg verlegte man den Kontrollraum nach North End, und das System bliebe fuer lange Zeit funktionstuechtig. Aber nicht fuer immer, wie es scheint.
Ein kleines Gebaeude steht direkt ueber der Station, wie eine Umspann- oder Trafostation sieht es aus. Zur Tarnung natuerlich. Zu Zeiten des kalten Krieges wurde an alles gedacht. Man koennte auch sagen, man war ein wenig panisch. Ab und an sind Ventilatoren am Werk und saugen Luft aus den Tunneln nach oben, aber das ist auch alles, was irgendwie mit Elektrizitaet zu tun hat. Einen Lift soll es geben, und North End sei ein Notausstieg fuer die Northern Line, so sagt man. Ist der Kontrollraum noch erhalten? Funktioniert das Schleusensystem noch? Government secrets.




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