Zwischen den high rise towers auf der Isle of Dogs, die an die Zeiten der city boys erinnern, an den geplanten, erzwungenen Aufschwung in den 80ern und fruehen 90ern, als alles moeglich schien, vor dem Kollaps, als Margaret Thatcher "When you've spent half your political life dealing with humdrum issues like the environment, it's exciting to have a real crisis on your hands." sagte, und damit den Falkland Krieg kommentierte, als der miner's strike dem Land zeigte, dass auch dieses Land nicht mehr die unfehlbare wirtschaftliche Macht hatte, da mag man auf der isle vergeblich nach etwas suchen, was davon zeugt, dass dieser Teil Londons einmal eine der wichtigsten Hafenanlagen der Welt war.
Und fuer ihre verdammte Borniertheit und Arroganz haette man die Staedteplaner und Architekten einkerkern sollen, denn was wurde nicht alles dem Erdboden gleichgemacht. Nur die "schoensten" wharfs sind geblieben. Und wer es sich leisten konnte, zog ein in die wharf Gebaeude, wollte Bestandteil sein dieser neuen, reichen und doch armen Gesellschaft, wollte abends vom Sofa aus oder beim dinner auf den Fluss schauen, wollte es geschafft haben.
Dann kam, was kommen musste, der Markt brach zusammen. Die grossen Firmen sassen auf ihren teuren Immobilien in Canary Wharf, und die Sanierer trauten ihren Augen nicht, als sie die leases untersuchten, die die selbstverliebten Besserwisser in den Chefetagen unterschrieben hatten. Und die erlauchten Bueros begannen sich zu leeren.
Und heute ist, was einmal war. Die neuen city boys schwelgen in der bonus bonanza, "make it five millions please instead of three", lautet die Anweisung der gelangweilten botox-, paparazzi- und shoppingsuechtigen Ehefrauen an die estate agents, auf der Suche nach einem neuem und angemessenem Zuhause. Aber es ist die City, die den Reichtum produziert, nicht die Insel, auf der ueber Jahrzehnte Zehntausende von Menschen hart arbeiteten, um ihre Familien durchzubringen. Und noch immer werden die alten wharfs restauriert, mit Blick auf das Wasser, versteht sich. Waehrend in dritter und vierter Reihe die council estates daran erinnern, dass nicht das schnelle, unproduktive Geld die Gegend gepraegt hat, sondern der Hafen von London. Mit den Gewerben, die vom Handel lebten.

Museum in Docklands
The story of London, river, port and people.
West India Quay
Canary Wharf
London E14 4AL
Mon to Sun: 10am-6pm
Last admission: 5.30pm
Annual adult ticket: £5

Dieses wirklich wunderschoene Museum verdankt einen Teil seiner grosszuegigen Ausstattung nun eben auch diesen vielen Banken, die grosse Betraege in "community projects" stecken (z.T. wegen Planungsauflagen stecken muessen).Beeindruckend ist der Nachbau eines Strassenteils aus den alten Docks inkl. Geraeusch- und Geruchskulisse!
Posted by: Eva | 17/01/2007 at 23:49
Ich glaube, sie nennen es "Sailor Town", und es ist ist wirklich klasse.
Posted by: Konstantin | 18/01/2007 at 06:59
Ich glaub da lohnt sich ja schon fast ein Besuch, wenn ich in 4 Wochen wieder drüben bin und mein Hotel liegt auch noch direkt um die Ecke.
Posted by: uddi | 18/01/2007 at 10:32
Ich find die Häuser an der Themse richtig charmant, aber die Unerschwinglichkeit ist leider eine andere Geschichte...
Posted by: Kathi | 18/01/2007 at 13:16
Ach, warst du endlich da? :-)
Posted by: The Cartoonist | 18/01/2007 at 22:10