Alle haben sich eingefunden, als waeren sie gerufen worden. Die binge drinking kids, die Autofahrer, die sich dachten, noch ein paar pints machen doch nichts, und die Alkoholiker, deren Gehirn vom billigen Fusel schon zerfressen ist. A&E in Central London. Die Zeit hat eine andere Bedeutung an diesem Ort. Manchmal braucht es nur fuenf Minuten um rauszufinden, dass ein Leben voellig verpfuscht ist. Dass es vorbei ist. Dass man es vielleicht nicht mehr verlaengern kann. Ich habe viele Notaufnahmen gesehen und nirgendswo kann man so schnell erfahren, wie das Leben manchmal wirklich aussieht: Dreckig, erbaermlich, verzweifelt, voller Schmerz und hoffnungslos. Aber es gibt auch die anderen Faelle. Die Faelle, die von Hilfsbereitschaft und Hingabe zeugen. Die Faelle mit einem "happy end".
Eigentlich nur ein Muskel oder genauer ein muskulaeres Hohlorgan, von der Natur "erdacht", weiter entwickelt und perfektioniert. Einzigartig und so schwer zu ersetzen. "I have never seen anything like this before. Usually when you hear a doctor saying something like that, it's bad news, but don't worry, this time it isn't. It is not life threatening. For now, it's just a nuisance. But it is not dangerous and we can heal it." Dieses "for now" hat mir Sorgen bereitet, beunruhigt mich noch immer, aber "heal" machte alles wett. Heilen. Was fuer ein wunderschoenes Wort. Reparieren, was kaputt ist, was nicht richtig funktioniert.
In der Kardiologie starb in dieser Nacht um drei Uhr morgens ein Mensch. Die Aerzte versuchten den verzeifelten Angehoerigen zu erklaeren, was passiert war. Ein Leben ist zu Ende. Von TV Programmen wie ER ist wenig zu spueren. Die Realitaet ist viel einfacher und brutaler. In vielleicht zwei Monaten wird sich, so wie es aussieht, ein Chirurg mit diesem Organ beschaeftigen. Nicht offen. Nicht lange. Hoffentlich. Mein Organ, mein Herz.
We can heal it.
Yes please.

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