
Simon Ambrose hiess der letztjaehrige Gewinner einer reality TV show, die von der BBC produziert wird, und regelmaessig Rekordquoten einfaehrt. Schon zum dritten Mal suchte der self made Millionaer Sir Alan Sugar 2007 einen "Auszubildenden" fuer seine Unternehmen, 100K per annum Anfangsgehalt. Und wie jedes Jahr haben sich tausende beworben. Ueber acht Wochen laeuft der Ausleseprozess im Fernsehen, “the job interview from hell”. Waehrend dieser acht Wochen teilen sich die hoffnungsvollen sechzehn Kandidaten fuer jede Folge in zwei teams auf, um von Sugar vorgegebene Aufgaben zu erfuellen. Das team der Verlierer muss in jeder Folge zurueck in den "boardroom" (Studiokulisse uebrigens), und einer wird den gefuerchteten Satz "you're fired" hoeren.
Alan Sugar wuchs in einem council flat auf, fing mit acht Jahren an zu handeln, und baute sich ein 800 Millionen schweres Imperium auf. AMS, Alan Martin Sugar, das sind die Initialen, und so nannte er sein erstes Unternehmen, AMS trading, Amstrad. Heute sieht man das Nummernschild AMS 1 auf seinem Rolls, Gott weiss, was er dafuer bezahlt hat.
Die Serie ist ein unglaublicher Erfolg im britischen Fernsehen. Die bookies bieten Wetten an, wer in der naechsten Woche rausfliegt, Millionen sitzen vor dem Fernseher, ich schliesse mich da nicht aus, und nach jeder Folge hat man gute Chancen, in den pubs Diskussionen zu verfolgen: “What did you make of last night’s apprentice?” “It was bloody brilliant, I mean have you seen...”
The Apprentice ist ein TV Phaenomen. Woran liegt das? Alan Sugar ist zum einen bekannt fuer seine sagen wir mal direkte Sprache: “You wasted my bloody money, it was a bloody disaster, no one's gonna make a fool out of me…". Sugar ist ausserdem der geboeren Selbstdarsteller und mag die Kamera. Aber wird kaum jemanden geben, der seine Schlauheit in Frage stellt. Eher unbekannnt allerdings ist die andere Seite von Sugar. Es scheint, als haette er nicht vergessen, wo seine Wurzeln liegen. Sugar spendet, nicht nur Jewish Care, viele andere charities empfangen cheques. Sugar macht daraus keinen Hehl, aber er haengt es nicht an die grosse Glocke. Amstrad ist mittlerweile verkauft, und der alte Fuchs konzentriert sich heute auf property in London.
"The Apprentice" ist London. City of London, Canary Wharf. Nur hier kann man in diesem Land mit 100K anfangen, um dann in den folgenden Jahren "richtiges" Geld zu verdienen. Es ist eine wunderschoene Phantasiewelt, mit der die Serie spielt. Denn viele schaffen es eben nicht und bleiben auf der Strecke.
Heute abend faengt die neue Staffel an, und ich bin dabei. Es ist eine Mischung aus Neugierde und schon fast perverser Schadenfreude, die mich das Geschehen verfolgen laesst. Was werden wir diesmal erleben? Wie weit werden die Kandidaten gehen, um den magischen Satz "you're hired" zu hoeren? Welche Peinlichkeiten duerfen wir geniessen? Wer faengt als erster an, ausfallend zu werden? Wem versagen die Nerven? Wer ist skrupellos und selbstverliebt genug, um "weiterzukommen"?
Wer wird the apprentice?
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