"Yellow vultures" werden sie auch schon mal genannt, average speed cameras, seit 1999 auf Britains Strassen in Betrieb. Die Dinger arbeiten mindestens zu zweit oder in Rudeln. Die erste Kamera erfasst das Nummernschild des Autos, eine Meile oder so danach nimmt die naechste Kamera das Auto wieder auf, usw. usf, die Zeit zwischen erster und letzter Aufnahme bestimmt die Durchschnittsgeschwindigkeit im durchfahrenen Bereich. Wer schneller faehrt als erlaubt, hat - natuerlich verloren.
Die Dinger werden hauptsaechlich in Baustellen auf Autobahnen eingesetzt, mit Erfolg, average speed cameras werden gefuerchtet, die meisten Autofahrer halten sich in solchen Bereichen an Geschwindigkeitsbeschraenkungen, yours truly eingeschlossen. Als ich nach England kam, waren die Dinger ja noch recht frisch, und ich hatte mich lange gefragt, was denn dieser Durschnittskrams zu bedeuten haette. Schnell siegte die Vorsicht, tja, ganz der Deutsche, nicht wahr? Denn obwohl ich nachwievor einen deutschen Fuehrerschein besitze und sie mich damit hier erstmal nicht belangen koennen, gibt es noch die Moeglichkeit, den Umweg ueber Deutschland einzuschlagen. Und die Leute in der DVLA haben anscheinend keine Probleme mit Umwegen, wenn sich das Resultat lohnt. Vor allem dann nicht, wenn, wie in meinem Fall das Auto natuerlich in England angemeldet ist.
Zwei Probleme: Was passiert eigentlich mit den Daten? Wird alles geloescht, ganz schnell, ehrlich, voll versprochen. Ausserdem verdaechtigt man mit dem Einsatz solcher Kameras quasi jeden Autofahrer. Interessiert das jemanden? Nein, natuerlich nicht. Nicht hier.

Du hast immer noch Deinen Deutschen Fuehrerschein? Bist Du nicht inzwischen laenger als 3 Jahre hier resident?
Laut der DVLA website musst Du Dir nach 3 Jahren als resident einen Britischen Fuehrerschein holen (was sich anscheinend verlaengert hat, bei mir war es damals nur ein Jahr).
Da waere ich sehr vorsichtig mit, ansonsten wird eventuell Deine Versicherung ungueltig.
Posted by: Armin | 08/07/2009 at 23:54
Dauerbrenner im Forum, z. B. hier:
http://www.deutsche-in-london.net/forum/index.php/topic,10973.0.html
Die DVLA haette es gern, dass man seinen Fuehrerschein umtauscht, man muss aber nicht. Solange mein deutscher Fuehrerschein gilt, darf ich als permanent UK resident bis zum Alter von 70 Jahren hier fahren.
http://tinyurl.com/22ebrc
Posted by: Konstantin | 09/07/2009 at 06:39
Die erzählen einem auch immer was anderes. Ich bin mal in eine Poliziekontrolle gekommen (wegen Terrorismus und so) und da hat mir die Polizei gesagt, dass ich meinen Deutschen nach 1 Jahr gegen einen Englischen Tauschen muss, ansonsten würde ich quasi ohne Führerschein fahren, wenn mir was passiert. Das hat dann 15 Pfund für die DVLA gekostet und die haben 10 mal meinen Namen falsch geschrieben und daher hat es 2 Monate gedauert, aber jetzt habe ich einen UK Führerschein.
Posted by: Bernd | 09/07/2009 at 09:29
Wenn coppers so etwas erzaehlen, steckt haeufig einfach Unwissenheit dahinter. Die Beibehaltungsregelung ist noch nicht so furchtbar alt aber eindeutig.
Posted by: Konstantin | 09/07/2009 at 09:38
Genau. Nie war der graue alte Lappen so wertvoll wie hier: kein Europäischer Führerschein, keine Punkte im englischen Punktesystem.
Bei jedem Verkehrsvergehen wird stets gefragt "möchten Sie nicht einen europäischen Führerschein beantragen?" was man stets mit "thanks, but no thanks" beantworten darf.
Noch etwas: wenn Verkehrsvergehen nicht binnen 6 Monaten vor Gericht gebracht werden, sind sie verjährt und der Staat kann einen nicht mehr dafür belangen.
Tickets erledigen sich daher häufig durch liegenlassen. Wird man geladen, plädiert man auf "guilty" und darf nach 10 Minuten wieder gehen. Vorteil: man gibt den Lappen nicht aus der Hand (weil er hierzulande einzuschicken ist und dann immer erst einmal monatelang im System verschwindet).
Posted by: Anja | 09/07/2009 at 10:04
Stimmt, habe den Satz falschrum gelesen:
"until aged 70 or for three years after becoming resident, whichever is the longer period"
Aber wenn Du erst 70 bist kriegen wir Dich ;-)
Posted by: Armin | 09/07/2009 at 21:09
Die (wieso eigentlich die und nicht der oder das?) britische driving licence ist aber Pflicht für drivers von lorries und buses, also Fahrzeugen, für die ein zeitlich befristeter Führerschein notwendig ist. Ich werde daher - als Inhaber beider Fahrerlaubnisklassen für Schwergewichte - nach meinem Umzug bei der DVLA vorstellig werden müssen, möchte ich derlei Autos auch auf der Insel lenken - und das möchte ich!
Posted by: Björn | 11/07/2009 at 19:58
Bjoern, so schlimm ist das alles gar nicht, zumindest war es damals als ich meinen umgetauscht habe alles kein Problem. Formular besorgen (damals noch im Postamt, heute kannst Du das wahrscheinlich im Internet bekommen), ausfuellen, Scheck mit Gebuehren beilegen und abschicken. Ein paar Wochen spaeter hatte ich den Fuehrerschein. Fertig.
Heute muss da noch ein Foto dazu, aber viel mehr duerfte das auch nicht sein.
Posted by: Armin | 12/07/2009 at 10:13
Ja, das ist klar. Nur einfach mit dem deutschen weiterfahren geht bei mir halt nicht; was bei Pkw kein Thema ist, da wird die offizielle Registrierung nur empfohlen.
Posted by: Björn | 12/07/2009 at 19:19
Naja, gerade in Baustellen *fährt* ja quasi jeder Autofahrer schneller als ausgeschildert, da ist der Generalverdacht so weit nicht hergeholt.
Wie sinnvoll die ausgeschilderten Geschwindigkeiten sind, ist eine andere Geschichte.
Posted by: Andreas Krey | 21/07/2009 at 09:55