Im Jahre des Herrn 1660 ward im fernen Hannover ein Knaeblein geboren. Der Knabe war stark, und man gab ihm den Namen Georg Ludwig. Zu der Zeit wusste der Bengel selbstredend nicht, was noch auf ihn zukommen wuerde, naemlich Oberhaupt einer Nation zu sein.
George I., genauer Georg I. Ludwig hatte maechtig viele Arbeiten zu erledigen. Nicht nur war er Herzog von Braunschweig und Lueneburg, Kurfuerst von Braunschweig-Lueneburg, auch trug er von 1717 bis 1727 den formidablen Titel Koenig von Grossbritannien und Irland. Ein Deutscher also, der wohl viele Muehe auf den Inseln hatte, sprach er doch kaum englisch.
Ich will mich nicht in geschichtliche Einzelheiten versteigen, warum es dazu kam, dass ein Hannoveraner Herrscher der Insulaner wurde, es hatte wohl etwas mit den Stuarts, Machtgedanken und diversen Thronfolgeregelungen zu tun, sei’s drum.
Georgs Sohn verpasste man (Ueberraschung) den Name Georg II., und jener Sohn bestieg 1727 den Thron, um fortan bis 1760, wir ahnen es, Koenig von Grossbritannien und Irland zu sein, ein Deutscher, geboren in Herrenhausen in Hannover, wo auch sonst.
Georgs Sohn verpasste man (Ueberraschung) den Name Georg III., und dieser bestieg 1760 den Thron. Also wenn man eines den Adligen nicht vorwerfen kann, dann ist es Einfaltsreichtum bei der Namensgebung.
Georgs Mutter hiess Augusta von Sachsen-Gotha-Altenburg, eine Deutsche, sturmfest und erdverwachsen. Aeh, nein, diese Charaktereigenschaft sprachen sich ja die Niedersachsen gegenseitig zu, auch egal. Georg III. unterschied sich leicht von den vorherigen Georgs, wurde er doch in England geboren und redete englisch von Kindesbeinen an. Allerdings, zu leugnen, dass in seinen Adern reines deutsche Blut waberte, waere Zeitverschwendung.
1820 kam der vierte Georg an die Reihe (gaehn), sein Name war, naja, irgendwie klar, Goerg IV. Zehn Jahre nur, bis 1830 herrschte er vor sich hin, als Koenig von Grossbritannien und Irland, wir kennen das mittlerweile. Immerhin, eine Dekade ist besser als gar nichts. Seine Mutter hiess Sophie Charlotte, Herzogin zu Mecklenburg und war deutsche Prinzessin. Geddit? Deutsch.
Nach dem Tod Georgs IV. bestieg sein Bruder Wilhelm IV 1830 den Thron und erledigt den Koenigsjob bis 1837. Deutsche Abstammung, auch beim ollen Wilhelm, kein Zweifel.
Nach Wilhelms Tod war die gute alte Victoria an der Reihe, bless you Ma'am, eine Nichte von Wilhelm IV., genauer Tochter seines Bruders Edward Augustus und seiner Gemahlin Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld. Sachsen-Coburg-Saalfeld? Klingt nicht wirklich englisch, oder? Richtig. Die hannoveraner Sippe hatte von nun an nix mehr mit der Koenigsgestellung zu tun, Haus Sachsen-Coburg Saalfeld, uebernehmem sie! Man musste sich wohl nicht lang ueberreden lassen, schaetze ich. Feinstes deutsches Adelsgeschlecht uebrigens, diese Sachsen-Coburg Saalfelder. Sofern Adel fein... lassen wir das.
Victoria regierte. Und regierte. Und regierte. Bis 1901. Zaeh war sie, die Gute, das muss man ihr lassen. Ihr Gatte trug uebrigens den Namen Prinz Franz August Carl Albrecht Emanuel von Sachsen-Coburg und Gotha. Englisch? Hm. I think not.
1901 uebernahm der Sohn den Job, Eduard VII., und tat dies bis 1910. Neun schlappe Jahre. Keine koenigliche Leistung, Ihro Gnaden.
Dann kamen Georg V., Sohn von Eduard VII. und seine bezaubernden Gemahlin Alexandra von Daenemark. Daenisches Blut, man hoere und staune, klasse, das klingt nach einer aufregenden Abwechslung. Naja, nicht so richtig. Der Vater hiess Prinz Christian von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und die Mutter Louise von Hessen-Kassel. Sherwood Forest? Not quite.
Jedenfalls stand auf Georg V.s Visitenkarte immerhin bis 1936 CEO of the United Kingdom. Georg V. heiratete die deutsch-britische Prinzessin Maria von Teck, und das koenigliche Paar setzte eine kleine Schar von Kinder in die Welt, unter anderem einen Sohn mit Namen Albert, der, haetten Sie's gewusst, Koenig wurde. Und zwar von 1936 bis 1952. Albert vermaehlte sich mit Elizabeth Bowes-Lyon, und spaetestens jetzt wollte man die nicht vorhandenen Huegel von Windsor besteigen, um dem Volke "englisches Blut, englisches Blut" moeglichst laut und theatralisch vor die Fuesse zu werfen. Auf das der Plebs sich freuen solle.
Zu frueh gefreut, die Tochter der beiden, Elizabeth, machte alles wieder zunichte. Denn Elizabeth, ja die Elizabeth, unsere Koenigin, verehrte mitlesende Untertanen, schnappte sich Philip Mountbatten als Goettergatten. Philip Mounbatten hiess strenggenommen Battenberg mit Nachnamen. Väterlicherseits entstammt er dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gluecksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg, muetterlicherseits dem Haus Battenberg, einer Nebenlinie des Hauses Hessen. Deutsch. Aber so richtig. Wie man deutscher nicht sein kann.
1917 wandelte man kurzerhand Battenberg in Mountbatten um. Erster Weltkrieg und so. Battenberg fand man hier wohl in dem Zusammenhang nicht so spannend. Verstaendlich. Und der koenigliche Clan hiess fortan Windsor. Warum auch nicht. Schliesslich wohnte man dort. Und es klingt natuerlich auch viel englischer als Sachsen-Coburg-Gotha, Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gluecksburg oder Battenberg.
Wenn das Georg I. geahnt haette.
God save the Queen.
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