Wenn mich die Stadt verrueckt macht, wenn sie mir zu intensiv wird, wenn sie mich ueberwaeltigt, dann fahre ich in die Berge. Ich habe das immer gemacht. Es ist erstaunlich, wieviel Ruhe man aus den Bergen fuer sich mitnehmen kann. Sich bewegen, beim wandern nachdenken, anhalten, abschalten, sich konzentrieren, dem Koerper zuhoeren, ankommen, stehenbleiben, eine Pause machen, die Stille geniessen, leben.
Focus.
Das ist wichtig, ab und zu, immer wieder.
Ich habe im Laufe der Jahre einige Gegenden auf den Inseln fuer mich entdeckt, South Wales, Snowdonia, natuerlich die Scottish Highlands und der Lake District, the lakes, the fells, oben im Nordwesten, in Cumbria.
250 miles, knapp fuenf Stunden Fahrzeit. Samstags um 4:00 Uhr aufstehen und hochduesen, eine leichte Tour machen, Sonntags nochmal um dieselbe Zeit aufstehen, den Morgen geniessen, das Licht einatmen, allein sein, nachmittags zurueck, auf der M1 nach London segeln.
Im Westen der fells gibt es ein Tal. Es heisst Wasdale. Wasdale belegt regelmaessig in diversen Umfragen die vordersten Plaetze: der schoenste Ort Englands, die schoenste Aussicht. Whatever you want to call it. Vermutlich waere es den Bergen und dem See schon peinlich, wenn sie wuessten, was das heisst. Schliesslich leben sie dort schon fuer eine ordentliche Weile.
Hier faehrt man hin, um Englands hoechsten Berg, Scafell Pike, zu besteigen. Das Tal ist so schoen, das es schon fast weh tut. Ich war viele Male dort, wenn der Wind den Regen an den Bergen entlang treibt, wenn die Sonne morgens die Steine vom Tau befreit, wenn sich der Morgennebel hebt und das Land preisgibt und wenn der letzte Schnee im Fruehling aufgibt und sich davon macht.
Wasdale ist kein Geheimtip. Wer in den fells unterwegs ist, kennt Wasdale, und in jedem Reisefuehrer wird es erwaehnt. Aber, wie immer, wenn man allein sein will, muss man nur frueh aufstehen. Das ist alles.

Wastwater, der tiefe See, umgeben von Bergen. Wasdale ist ein magischer Ort.
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