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Wenn man durch die City of London schlendert, erwartet man Ergebnisse stundenlanger architektonischer brainstormings der modernen Art und jede Menge Menschen in Anzuegen. Umso ueberraschter duerfte man sein, wenn man zufaellig diesem kuriosem Gebaeude in der Naehe von Bishopsgate zum ersten Mal begegnet. Nicht der Anzugsmenschen wegen, sondern das Alter betreffend. Seit 1895 steht es dort, und es hat nicht nur den Krieg erfolgreich ueberstanden sondern auch, dieser Tage weitaus herausfordernder wie ich finde, jahrelange Abriss- und Bauorgien in unmittelbarer Nachbarschaft.
Henry und James Forder Neville liessen diese wunderbare Baulichkeit errichten, ein tuerkisches Bad hatten die Herren im Sinn, derartige Institutionen erfreuten sich zu viktorianischen Zeiten bei den Gentlemen guter Beliebtheit. Das Bad gefiel Besuchern in zwei Stockwerken unter dem Eingangskiosk und war grosszuegig ausgestattet.
Nach dem Krieg stand es fuer zwanzig Jahre leer und musste als schnoede Lagerstaette fuer dies und das dienen. Ab den 70ern hauchte man neues Leben in die alten Gemaeuer ein, seitdem werden dort Speisen und Getraenke serviert, dann zunaechst tuerkisch, spaeter italienisch, heute ein Bar, aber demnaechst... ich weiss es nicht. Als ich die Photos schoss, sah ich einen Hinweis der jetzigen Paechter/Besitzer zur gefaelligen Beachtung: die Bar wuerde schliessen, eine andere wuerde oeffnen, ah well. Schade darum. Nichts ist gegen Speisen und Getraenke einzuwenden, aber ein viktorianisches Bad (mit tuerkischem Hintergrund, was immer man damals darunter verstand) wiederzueroeffnen, das waere es, oder?
Ich denke schon.

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