Es gab dort mal zwei 24 hour shops.
You know the ones.
Proper neighbourhood shops. Immer offen, abends, am Wochenende. Wenn man nach Hause kam, auf dem Weg zurueck von sonstwoher, in welcher Stimmung, Milch, Brot, booze, whatever.

Der eine. Nach ueber zwanzig Jahren. Indian family. Wir dachten, der Mietvertrag sei ausgelaufen, und die neuen Konditionen der landlords haetten sie vertrieben. Aber nein, das Haus gehoert ihnen. Aber sie gaben auf, und heute ist dort ein Café.
Cafés.
You know the ones.
The chains.

Der andere. Es kam ein Angebot. Ein Angebot, dass man nicht ablehnen konnte. Sie hätten sowieso keine Chance gehabt. Sobald sich eine Supermarktkette eingekauft hat, dauert es nicht lange, und die anderen kommen.
Supermarkets.
You know the ones.
Und die anderen kamen. Weiter unten auf der High Street. Ein furniture shop. Ein Angebot, dass man nicht ablehnen wollte. Die gleiche Geschichte.
Ich kam vor ueber zehn Jahren hier an. Ich hab den Stadtteil Londons geliebt. Hier hat alles angefangen. Damals war alles anders. Das klingt schrecklich banal, aber damals war alles anders. Zwei Indian restaurants, a couple of offies, pubs, 24 hour shops, barber shops, the usual mixture. Dazu eine tube station, zone two, nicht schlecht, gar nicht schlecht. Wir kannten unsere Nachbarn. Eine Gemeinschaft. Nicht zu viel, nicht zu wenig, dies ist immer noch London.
Am Ende der Strasse gab es einen Weinladen. Der Besitzer war Liebhaber, der das kleine Geschaeft nur an zwei Tagen in der Woche oeffnete. Stammkunden kamen, man probierte neue Weine. Heute steht der Laden leer, nichts ist uebrig vom alten wunderbaren Charme. Den second hand book store schraeg gegenueber gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Second hand books. Yeah right.

Das Council hat die letzten terraced houses in der Strasse verkauft. I don't blame them. Es ware dumm, nicht an den Immobilienpreisen mitzuverdienen.
Heute ueberholen einen Joggers auf den Bürgersteigen, die letzten unabhaengigen Laeden machen zu, sobald die leases auslaufen, die Mieten koennen sich nur noch die grossen Firmen leisten. Man kauft bei den supermarket chains bei den self checkouts ein statt an der Kasse ein Lächeln und ein, zwei Sätze auszutauschen. In den Strassen stehen Jags, AMGs und 911er weil kein Haus unter einer Dreiviertel Million zu haben ist. Zwei Querstrassen vor der Tube verbringen white boys Zeit in einer Shisha Bar, weil es en vogue ist shisha zu rauchen, der letzte echte pub auf der High Street gehoert schon lange der Vergangenheit an, es gibt jetzt ein deli und vier barber shops, und am Wochenende sitzen sie an der high street und trinken und lunchen und sind wichtig.

Es ist sehr cool geworden dort in diesem Stadtteil. Und posh. Und sehr teuer.
Ich wohne dort nicht mehr. Ich bin vor fuenf Jahren weggezogen.
Ich bin sehr froh.
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