Ich plante einen Trip nach Hoxton, der Podcasterei wegen, und wie immer, wenn ich ein Teil Londons besuche, den ich entweder nicht kenne oder lange nicht besucht habe, studiere ich vorher die Karte. Irgendwas gibt es immer zu sehen, und nur irgendwohin zu fahren ist langweilig. Und beim Kartenstudium stiess ich auf De Beauvoir Town noerdlich von Hoxton. Nie gehoert. Der gleichnamige square soll sehr interessant sein, so hiess es. Ha!
Der Name De Beauvoir Town hat natuerlich mit Simone nix zu tun, warum auch, das Land gehoerte Anfang des 19. Jahrhunderts einer Familie de Beauvoir. Bis 1820 existierte dort Gras und vermutlich allerlei Nutztier, von einem Stadtteil Londons war nichts zu spueren. Dann kamen die Maenner mir den grossspurigen Ideen, auch developers genannt, und das Ergebnis sieht man heute vor allem am zentral gelegenen De Beauvoir Square.
Die middle classes zog es Mitte des 19. Jahrhunderts dorthin, und die Gegend war ueberwiegend residential. Natuerlich blieb das nicht so, Teile des neighbourhoods liess man wieder abreissen, Industrie siedelte sich an, aber De Baeuvoir Town hat seinen Charakter glaube ich nicht verloren.
Der Postcode ist N1, Central North London also, zusammen mit Islington, Barnsbury, Canonbury und Hoxton. Hier gibt es keine spektakulaeren Sehenswurdigkeiten, hier wohnen einfach nur Menschen, nicht ganz billig, so mein Eindruck, breite Strassen und ein wirklich schoener central square. Sie haben in den 60ern viele der alten Gebaeude abgerissen, die Dummkoepfe unter den Stadtplannern, die verbliebenen (Gebaeude, nicht Stadtplaner) verblueffen mit architektonische Schoenheiten, die ich sonst in London noch nicht gesehen habe: sogenannte Dutch gables und mullioned windows, toll.
(XL)
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Wenn man weiter durch den Stadtteil laeuft, stoesst man unweigerlich auf die suedliche Begrenzung, den Regent's Canal, auf council housing Estates wie De Bevauir Estate, aber grosse Teile der Strassenzuege sind heute dem Himmel sei Dank als conservation area geschuetzt, abreissen ist nicht.
De Beauvoir Town.

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