(XL)
"Guess what I found in yesterday's post."
"Dunno, what?"
"Jury service, I got summoned."
"Oh dear."
"Yep."
"So what are you gonna do?"
"Well, I'd like to go, but I've got commitments. I'll call them, see how it works."
In diesem Land entscheiden unabhaengig von Richtern sogenannte Laienrichter, Geschworene also, ueber Schuld oder Unschuld eines Angeklagten. Das Geschworenengericht wird jury genannt, und die Teilnahme an einer solchen Verhandlung nennt sich jury service.
Als Geschworener kann jeder verpflichtet werden, der zwischen 18 und 70 Jahre alt ist, im Wahlregister steht und im UK seit dem 13. Lebensjahr fuer mindestens 5 Jahre gewohnt hat. Die Ausnahmen: Vorstrafen, mental health condition oder mental disability. Wird man als Geschworener verpflichtet, muss einem der Arbeitgeber fuer die Dauer der Verhandlung freigeben, man wird nicht bezahlt, kann aber Erstattung von Reisekosten und Aufwandsentschaedigung beantragen. Man kann auch falls man z. B. eine Reise gebucht hat, eine Verschiebung beantragen oder, wenn es medizinische Gruende dafuer gibt, dass man ueberhaupt nicht den jury service antreten kann, komplett entschuldigt werden.
Die Zeit zwischen Aufforderung zum jury service und Antreten der Arbeit betraegt mindestens vier Wochen. Die jury Zeit selbst nimmt wohl durchschnittlich bis zu zehn Tage in Anspruch, in Ausnahmefaellen allerdings kann es Wochen oder sogar Monate dauern.
Ich habe mit mehreren Leute gesprochen, die jury Mitglied waren oder zu werden drohten, das oben erwahnte Gespraech fand mit einem Kollegen statt. Jury service ist bindend. Man kann natuerlich jederzeit den kompletten Hohlkopf spielen, und schon ist die Sache erledigt, aber diejenigen, die ich kenne, empfanden es nicht als kolossale Belastung sondern als Verpflichtung, der man nach kommen muss und soll, weil trial by jury hier eben ganz normal ist.
Auch mich koennte es "treffen", ich wuerde es natuerlich machen, klare Sache.

Jury Service gibt es auch hier in Irland, das ja auch noch das englische Rechtssystem kennt. Vor kurzem hat es einen Arbeitskollegen "getroffen". Es war recht interessant, was er von seinem Erlebnis vor Gericht erzählte (ich füge hier einfach mal einen Link auf meinen Blog bei: http://blog-for-ireland.blogspot.com/2012/03/die-jury.html). Zum Glück bleibt es in den meisten Fällen eine einmalige Angelegenheit. Zweimal berufen zu werden kommt äußerst selten vor.
Gruß aus Dublin,
Dirk
PS: Klasse Blog übrigens
Posted by: Dirk | 08/07/2012 at 20:14