Ich habe vor acht Jahren nicht weit von King's Cross auf der Caledonian Road gearbeitet, und damals war die Gegend ziemlich runtergekommen, allerdings schon weit besser als es frueher war. In den lezten zehn Jahren hat sich viel getan, beide Bahnhoefe, St Pancras und King's Cross hat man modernisiert, es wird immer noch gebaut, und noch lange ist nicht alles fertig. Remember "The Ladykillers"? Es duerfte heutzutage ziemlich schwierig sein, noerdlich von King's Cross Leichen zu entsorgen.
Granary Square ist Teil der staedtebaulichen Entwicklung (heisst das so?) von King's Cross und ich dachte, es sei an der Zeit mal dorthin zu fahren. Ich kam aber nicht nur, um Photos zu machen und um mir den Platz anzusehen, ich kam um ueber eine Besonderheit zu schreiben, etwas, was heutzutage eben nicht mehr besonders ist, leider. Granary Square ist zwar oeffentlich zugaenglich, aber als Teil der Stadterneuerung in Privateigentum. Es ist ein privat finanzierter oeffentlicher Platz. Granary Square ist keine Einzelfall. Staedte und Kommunen muessen sparen, und privately owned open land gehoert nicht nur in London sondern in vielen anderen Staedten im UK zur Staedteplanung. Solche Projekte sind kostenintensiv in der Planung und Realisierung und daher auf private Finanzierung schon fast automatisch angewiesen, es geht schliesslich auch um Instandhaltung und Pflege.
(XL)
Aber das ist nicht unproblematisch. Denn die Nutzung von public places schliesst Rechte mit ein. Was ist mit dem public right of way in private estates? Was ist mit dem Demonstrationsrecht? Was ist, wenn die Inhaber beschliessen, Menschen den Zugang zu verwehren? Wie steht es um security? Ich fuehle mich auf privatem aber oeffentlich zugaenglichem Land nicht wohl. Was ist mit der Photographiererei? Auf einer oeffentlichen Strasse darf ich im UK Photos von Gebaeuden machen, und kein Mensch kann mich daran hindern. Was ist mit den Gebaeuden rund um Granay Square?
Granary Square wurde sicher nicht nur gebaut, weil die Bauherren die Auflage dazu bekamen. Ein Projekt wie King's Cross muss fuer Menschen auch attraktiv sein, sonst nuetzen einem die tollsten Bueros nichts. Aber steht der Mensch wirklich im Mittelpunkt dieser Staedtebauentwicklung? Es geht natuerlich um Profit, das Land noerdlich von King's Cross und St Pancras ist ein Vermoegen wert, und ginge es nach den Investoren, wuerde man aus jedem Quadratmeter soviel Einkommen wie moeglich saugen.
Und damit sind wir beim Kernproblem von privat finanzierten oeffentlichen Plaetzen. Sie werden auf Grund von Auflagen als notwendige Uebel gebaut, aber sie dienen nicht ihren Besuchern, den Menschen. Oder? Ich verstehe nichts von Staedteplanung, und ich lasse mich gern belehren, aber als potentieller Nutzer wurde ich solche Plaetze vermeiden, einfach, weil ich nicht weiss, welche Rechte ich habe.

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