Burlington Arcade gehoert zu den Klassikern Londons und wird in jedem Reisefuehrer erwaehnt. Glaube ich. Burlington Arcade ist eine shopping arcade off Piccadilly, upmarket ohne Zweifel, seit 1819 werden dort in zunaechst 72 heute in so um die 40 Laeden teure Dinge zum Kauf angeboten.
Burlington Arcade ist so klassisch, dass ich dort noch nie so richtig photographiert habe. Ich bin mehrfach durchgelaufen, hab ein bisschen in den Schaufenstern rumgestoebert, aber, weil mir nie in den Sinn kam, darueber schreiben zu wollen, gab es phototechnisch nix. Haette ich mal, denn heute schreibe ich darueber und habe nur dieses eine. Oh well.
Burlington Arcade wird von sogenannten beadles bewacht und kontrolliert. Vulgo private Sicherheitsleute genannt gehoerten diese frueher zu Lord George Cavendishs Regiment, jener wiederum liess die arcade bauen.
Burlington Arcade war die erste shopping arcade in Britain und soll hier angeblich heute immer noch die laengste ueberdachte Einkaufsstrasse sein. Was immer genau das ist.
1964 fuhr ein Auto durch die arcade, ein Jaguar Mark X. Sehr cool. Was sich nach einem Einkaufsausflug in einem feinem britischem Auto anhoert, war auch einer, aehm irgendwie, Raeuber naemlich fuhren den Jag, sie schlugen Scheiben ein, bedienten sich und brausten davon.
Man darf in der arcade keine grossen Pakete bewegen und man darf nicht rennen. Vermutlich fuehrte man diese Regel ein, um Unfaelle zu vermeiden. Fair enough.
Man darf in der arcade nicht pfeifen. Auch diese Regel gilt seit 1819. Damals naemlich residierten in den Gebaeuden und Wohnungen ueber der arcade Prostituierte, diese wiederum warnten unten agierende Taschendiebe durch Pfeiferei, wenn die coppers auftauchten. Das Pfeifverbot gilt noch heute, wer es ausprobiert, wird von den beadles freundlich aber bestimmt zurechtgewiesen.
Allerdings gibt es eine Ausnahme, ein Mensch, und wirklich nur einer hat in der Burlington Arcade lebenslange Pfeiferlaubnis: Paul McCartney. Ich scherze nicht. Es heisst diese Erlaubnis wurde irgendwann in den 80ern ausgesprochen. McCartney vertrieb sich die Zeit mit window shopping, pfiff vor sich hin, wurde von einem beadle angesprochen und dann erkannt. Daraufhin erteilte man McCartney eine lebenslange Pfeiferlaubnis in der Burlington Arcade. Und diese gilt natuerlich immer noch.
Und jedes Jahr im Dezember kommt Macca in die Burlington Arcade, um die Laeden zu besuchen und um zu pfeifen.
Und nein, das ist alles kein urban myth oder sonstwas sondern einfach nur wahr.

Da gibts Ladurée macaroons. NOM.
Posted by: Susanne | 13/09/2012 at 11:55
Ja - die spinnen, die Engländer. Aber sympathisch....
Posted by: deruf | 13/09/2012 at 14:32
Ich hatte das mit der laengsten ueberdachten Arkade auch schonmal gehoert, dabei kommt sie mir so lang gar nicht vor. Da sind die anderen wohl alle noch kuerzer... mh.
Posted by: Emily | 13/09/2012 at 19:40