Nun haben wir es endlich mal geschafft im Fifteen zu essen. Das Restaurant existiert ja gerade mal seit zehn Jahren. Wer es nicht kennt, Fifteen gehoert zu Jamie Oliver's food empire, jedes Jahr werden dort 15 Jugendliche mit "disadvantaged background, criminal record or history of drug abuse" zu Koechen ausgebildet, das alles laeuft als charitable foundation und ist sehr erfolgreich. Ich denke ehrlich, Fifteen ist ein tolles Projekt, und das Essen...
Fifteen London findet man Naehe Old Street Tube Station in Hackney. Keine supertolle Gegend, aber man geht nicht zu Fifteen, um sich von den Strassen inspirieren zu lassen. Im Erdgeschoss gibt es eine sogenannte Trattoria, im Keller darunter das Restaurant. Schoen eingerichtet, so unser Eindruck, und mit schoen meine ich angenehm, schlicht, warm, man fuehlt sich zu Hause.
Der Service war phantastisch. Aufmerksam, hoeflich und angenehm, das findet man in vielen guten Restaurants in London. Der Unterschied: man hat das Gefuehl, dass die Leute sehr gern bei Fifteen arbeiten, die Arbeitsatmosphaere ist warm, witzig und unkompliziert, dazu sassen wir ganz in der Naehe der offenen Kueche, perfekt.
Allerdings wurden die apprentice chefs gerade von Michelin Star chefs ueberwacht, Michael Wignall war in charge, entsprechend nervoes waren die Koeche wohl.
Das Essen war famos.
Antipasti: selection of Italian breads with Puglian extra virgin olive oil. Kann man nicht so viel falsch machen, wir genossen die Brotsorten.
Mein Maeechen nahm Gnochi mit Pilzen und Trueffeloel, ich entschied mich fuer pasta ragu.
Die Gnochi durfte man getrost als goettlich beschreiben (in Truffeloel koennte ich sowieso baden), und ich meine, die pasta gehoerte zu den besten Pastagerichten, die ich je in meinem Leben gegessen habe. Ich scherze nicht. Und ich habe Pasta in Italien gegessen. Wunderbar, leicht spicy, grossartig.
Als Hauptgericht nahmen wir salmon mit samphire und sweet potatoe mash und grilled seabass mit tomato und paprika.
Der seabass haette als leicht over seasoned durchgehen koennen, aber die Kombination mit der suessen Paprika und den Tomaten, fabelhaft. Cooked to perfection, as they say.
Dessert: Honeycomb semifreddo mit strawberry soup und lemon sorbet. Ich esse nix mit Zucker, haette die cheese selection genommen, aber das waere zuviel zum Mittag gewesen.
Wirklich, wirklich gut. Tolle, angenehme Atmosphare, nicht billig, aber das ist fine dining.
Unbedingt empfehlenswert.

Ich kann nur bestätigen. War 2008 zum ersten (und leider bisher auch einzigen) Besuch im Fifteen und habe die gleichen Erfahrungen gemacht.
Service absolut geniale Mischung aus sehr interessiert aber nie aufdringlich, Essen ein Gedicht, Atmosphäre war sehr angenehm im Restaurant (oben war ich nicht).
Irgendwann schaffe ich es da noch mal hin, zumal wenn es in den letzten 4 Jahren die Qualität und Freundlichkeit halten konnte. Danke für das Update und den Reminder :-)
Viele Grüße,
Volker
Posted by: Volker | 09/09/2012 at 17:12
ich war vor 4jahren dort und fand es zwar schon sehr lecker, aber doch eine spur überteuert. was das service angeht, war es damals schon so: sehr freundlich und zuvorkommend, aber niemals aufdringlich. und das projekt find ich wirklich unterstützenswert (wobei ich nicht denke, dass sich das fifteen über geringe besucherzahlen beschweren kann :))
so generell bin ich aber froh, dass es auch die jamie's italians gibt in london - da geh ich jedes mal hin, wenn ich in london bin. auch extrem gut, service perfekt, eine spur billiger und man braucht nicht wochenlang vorreservieren.
Posted by: judith | 09/09/2012 at 17:18
Ich war im Februar mit meiner Frau in London (als Überraschung) und im Fifteen, oben in der Tratoria (unten war lange ausgebucht). Essen war superlecker, ich fand es einfach etwas laut. Aber ich kanns sehr weiterempfehlen! Zumal es in Gehdistanz zum besten Hotel in London ist ;-)
Posted by: Thomas | 09/09/2012 at 18:09
Danke für die Anregung - ist für den nächsten Londonbesuch vorgemerkt. :)
@Thomas: Könntest Du bitte noch einen oder zwei Hints geben, was das beste Hotel in London ist? Bisher waren die Hotels, in denen ich übernachtet habe, eher kompromißbehaftet...
E.
Posted by: EckyH. | 09/09/2012 at 21:18
War auch vor kurzem dort essen wirklich sehr empfehlenswert!
Allerdings gibt es keine Trattoria mehr. Es sind jetzt sowohl oben als auch unten Restaurant.
Posted by: Daniel | 09/09/2012 at 22:51
Das Essenn war auch bei meinem Besuch wirklich gut. Bleibt zu hoffen das bei den Preisen wirklich etwas bei den übrig bleibt die für dieses Projekt von der Strasse geholt wurden...
Posted by: knut | 10/09/2012 at 06:59
wahrscheinlich das Hoxton?
Posted by: Die Küchenschabe | 10/09/2012 at 10:50
@EckyH: Ich weiss nicht ob ich hier einfach Werbung machen darf... Wenn nicht solls Konstantin einfach löschen :D
Ich gehe, wenn ich kann, immer in Hoxton: http://www.hoxtonhotels.com/about_the_hoxton/ Das Hotel ist echt super, freundlicher Staff und nette Zimmer (siehe Bilder: http://www.hoxtonhotels.com/gallery/bedrooms/). Die Gegend ist so lala, aber bisher habe ich mich (und andere die mir das seinerzeit empfohlen hatten) da sicher gefühlt. Old Street Tube Station ist relativ nahe, das Fifteen auch. Das Frühstückkonzept ist interessant, die Regendusche sehr cool. Im hoteleigenen Restaurant war ich noch nie, wenn man aber in der Nähe mal was essen möchte kann man z.B. auch zum Italiener ums Eck' (The Yard, 140 Tabernacle Street).
Posted by: Thomas | 11/09/2012 at 13:21