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25/06/2016

Comments

Tomisław

Hat die Fremdenfeindlichkeit in London wirklich so stark zugenommen?

Leider ist Deutschland in der Hinsicht eher schlimmer dran als UK, jedenfalls das UK, das ich von Ende der 2000er kenne. Die Höflichkeit und die historische Vorbelastung gebieten es, Ressentiments nicht offen auszuleben. Aber wenn man an der Oberfläche in Deutschland kratzt, merkt man, nicht überall willkommen zu sein. Auch gebildete Menschen, etwa Unternehmensvertreter auf einer Karrieremesse, zeigen fremdenfeindliche Vorurteile, die man eigentlich so nicht erwartet. Ich habe es auch immer als gigantische Talentverschwendung gesehen, dass Deutschland so viele junge Menschen mit türkischen Wurzeln und deutschem Bildungs-Werdegang offenbar nicht halten kann.

Wo soll es denn dann in Europa hingehen?

Julial49

Harte Worte, aber verständlich. Ich hatte zufällig gerade nach den Voraussetzungen gesucht, bevor ich deinen Beitrag las.
In Schottland ist die Situation zum Glück etwas anders (2nd indyref?) und besser (alle Diskussionen der letzten Tage waren mit entsetzten remainern und (bisher) keine unfreundlichen Kommentare zu Ausländern).
Für mich sind nächstes Jahr die 5 Jahre um. Die Frage ist aber, ob man das für UK noch darf, denn Deutschland erlaubt doppelte Staatsbürgerschaft nur wenn das im Gegenzug auch gewährleistet ist, zb bei EU-Bürgern.

Konstantin

Julia, stimmt, Du hast voellig recht, die doppelte geht ja nur bei EU Mitgliedschaft.

Tomislaw, die Frendenfeindlichkeit hat hier immer gebrodelt, aber sie ist vor allem durch das Referendum verstaerkt worden, denke ich. Diejenigen, die Immigarnten fuer alles verantwortlich machen, fuehrlen sich jetzt bestaetigt und bestaerkt

Tomisław

Woran merkt man das denn persönlich? Fremdenfeindliche Pöbeleien, schlechte Karrierechancen für Zuwanderer...? Eine Million Polen scheint ja recht glücklich zu sein.

Kurt Lingl

Die Reaktion der EU auf das Referendum legt nahe, dass "leave" die richtige Entscheidung war. Erwartet man doch von dem Land, dass JETZT, SOFORT der Austritt erklärt wird. Geht´s noch? Hier wurde demokratisch abgestimmt. Fast die Hälfte der Bürger hat ihren Willen nicht gekriegt. Wie wäre es wenn man dem Land eine Chance gäbe das zu verarbeiten? Evtl. sogar nochmal darüber nachzudenken. Remember: dieses Referendum ist nicht bindend. Es ist also alleine Sache Großbritanniens ob überhaupt und wann es den Austritt erklärt. Ich stelle fest, dass mir diese EU immer unsympathischer und fremder wird. Egal ob bei sinnlosen Aktionen gegen Russland,wie den aktuellen Manövern, oder jetzt hier. Die geloben Reformen, verteufeln aber gleichzeitig demokratische Entscheidungen von Bürgern ihrer Mitgliedsländer und mischen sich in deren interne Angelegenheiten wie den Zeitpunkt der Erklärung. Wenn ich das könnte würde ich die britische Staatsbürgerschaft beantragen. Die Hälfte der Reporter, Fachleute und Moderatoren die ich in der BBC gesehen habe sehen aus wie Migranten, teils haben solche Migranten wohl auch selbst für leave gestimmmt. So fremdenfeindlich kann Großbritannien also garnicht sein, aber im Gegensatz zur EU scheinen die eine Demokratie zu erkennen wenn sie eine sehen. Man wehrt sich vollkommen zurecht gegen solche Einmischungsversuche wie auch diesen jetzt in punkto Austrittserklärung.

Thomas

Zitat Tomislaw:
...Eine Million Polen scheint ja recht glücklich zu sein.

Der Schein truegt:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-hochburg-boston-die-gespaltene-stadt-a-1099876.html

Eva

Wenn du die Staatsbürgerschaft annimmst, kannst du mitbestimmen und mitgestalten.

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