Vor langer Zeit baute man am Fluss, direkt am Fluss, weil es praktisch war. Sicher nicht, weil man Land billig erwerben konnte. Harrods Village, frueher Harrods Furniture Depository, ist, wie der Name sagt, das ehemalige Moebellagerhaus von Harrods. Es liegt am Fluss, am Suedufer in der Naehe der Hammersmith Bridge in Barnes, South West London.
Harrods Village besteht aus drei Gebaeuden, das Hauptgebaeude heisst William Hunt Mansions, gebaut als Lagerhaus, die beiden anderen waren Fabriken, die eine zur Zuckerherstellung, die andere zur Kerzenherstellung. Harrods erwarb das Land und die beiden Fabriken 1894 von der West Middlesex Waterworks Company, baute die Gebaeude um und liess das Hauptgebaeude 1914 errichten.
Das grosse Firmenschild an der Gebaeudefront wirbt zweifelsfrei heute noch und erstaunlicherweise fuer das Kaufhaus. Erstaunlicherweise deswegen weil Werbung am Fluss in London verboten ist. Vermutlich geht es genau wie beim Oxo Tower (gute Guete, den Post hab ich 2004 geschrieben!) um Denkmalschutz, der das kluge Gebot ueberstimmt.
Architektur und Design sind unmissverstaendlich Harrods. Aber das erstaunliche ist die Lage. Die Gebaeude dienten fuer ein Jahrhundert als Lager. Hier haben Arbeiter Geld verdient. 1999 wurde die Gebauede in Luxusapartments umgebaut, und wer dort dieser Tage am Flussufer wohnen moechte, muss sechs- bis siebenstellig investieren.
Ich bin den furniture depository buildings wie vermutlich vielen anderen Londoners, die nicht in in der Gegend wohnen, vor einigen Jahren beim Boat Race begegnet. Will sagen, ich stromerte herum, sah mir Boote und Menschen an und bemerkte die Gebaeude am Suedufer. Dann vergass ich das Ganze und stiess kuerzlich zufaellig auf Wohnungsanzeigen, die mich erinnern liessen. Wohnungstechnisch: sicher sehr schoen, aber wuerde ich dort leben wollen? Ganz sicher nicht.
What for?

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