
Ein paar Tage vor Weihnachten: es hat wochenlang geregnet. Wir kommen kaum in unseren Garten, vor dem shed ist es matschig, das Wasser steht teilweise ein paar Zentimeter hoch. Eher zufaellig entdecken wir abends, dass links und rechts vom shed jemand gegraben hat. Aber so richtig gegraben. Es stinkt eindeutig, die elenden Fuechse haben begonnen sich unter dem shed einen Bau zu buddeln. Verdammter Mist. Im garden centre kaufen wir anti fox repellent. Das Zeug wird in Wasser aufgeloest, versprueht und wirkt als feindliche Fuchsmarkierung. In your face, fox! Fest der Liebe, my arse. Hab ich bei dem Wetter besseres zu tun? Hm. Aber wir koennen den Bau nicht einfach zumachen, wir muessen sicher sein, dass die Viecher nicht drin sind.
Samstag, 22. Dezember: mein Maedchen klagt ueber heftige Zahnschmerzen nach der Wurzelbehandlung die Woche davor. Auch kein cleveres timing vor Weihnachten. Mit angekuendigtem Besuch und so. Und ueberhaupt. Weihnachten! Zahnarzttermin am 24. Dezember arrangiert. Silent night. Sort of. Unser Zahnarzt ist wirklich klasse, immerhin.
Sonntag, 23. Dezember: die Waschmaschine bricht zusammen. Klar, warum auch nicht. Kein furchtbar altes Model, keinen schlechte Marke, von den Vorbesitzern uebernommen. Aber sie will nicht mehr. Und natuerlich will sie genau jetzt nicht mehr. Programmabbruch nach zwei Minuten. Jedes Programm. Zeitpunkt pfiffig gewaehlt, du olle Maschine. So vor Weihnachten. Mit angekuendigtem Besuch. Nicht. Wir telefonieren uns durch die oertliche Ansammlung von Handwerkern. Jim macht einen guten Eindruck (im Netz). Jim versucht ueber das Telefon den Fehler zu finden, bemueht sich redlich, meint aber, das braucht eine echte Reparatur vor Ort, Ferndiagnose nicht machbar. Jim, seriously mate, that was bloody marvellous, thanks very much for trying, that was the Christmas spirit, live and in 3D. Und nein, das ist nicht ironisch gemeint. Jim hat keine Zeit vorbeizukommen, aber er empfielt einen Kollegen. Dieser meldet sich telefonisch und meint, am 24. koenne er sich das Ding ansehen. Da kennen die hier nix, Heiligabend ist ein normaler Tag. Schaun wir mal. Silent effing night.
Montag, 24. Dezember: ich so, Mist, wir muessen noch Bargeld holen, oder? Fuer den Reparateur? Kurz auf's Fahrrad geschwungen, um die Ecke auf der High Street gibt's ein paar Banken mit Bankautomaten. Kein Problem. Fahrrad geparkt, Karte reingeschoben, ziemlich langsam zieht sich der Automat das Ding rein, und ich meine sehr langsam, und.... haelt an. Und nichts geht mehr. Scheisse. Rein in die Bank, nix zu machen, sie koennen mir die Karte nicht zurueckgeben, weil ich nicht bei der Bank Kunde bin. Karte weg. Zurueck nach Hause. Bei der Bank angerufen, die Karte gesperrt und eine neue bestellt. Waehrenddessen faehrt mein Maedchen zum noch kurzfristig vorverlegten Zahnarzttermin. Der Plan war, ich bringe sie, weil ich nicht will, dass sie allein dahin faehrt, aber irgendjemand muss ja auf den Handwerker warten. Maedchen kommt wieder, Zahn hat sich voruebergehend beruhigt. Reparatuer kommt, analysiert die Lage, hat das passende Erstatzteil dabei, verlangt kein Vermoegen sondern erwartet einen Preis der so fair ist, dass wir ihm Tip geben. Es ist Heiligabend. Waschmaschine heile. Der Zahn haelt die Fresse. Alles gut. Vorerst. Beine hoch. Zeit fuer ein erfrischendes alkoholisches Getraenk oder zwei.
Wir verbringen ein paar schoene und ruhige Weihnachtstage mit dem schwiegerelterlichem Besuch. Sehr angenehm. Aber nicht lange.
Donnerstag, 27. Dezember: guten Morgen, der Zahn erwacht zu neuem Leben. Kleiner Scheisser. Kurzfristig Termin bekommen, das meistern wir souveraen. Bring it on, Doctor! Zahnarzt macht Zahn nochmal auf, saeubert und schickt uns nach Hause. Alles in Ordnung. Sagt er. Er hat sicher nicht unsere Heizung gemeint.
Freitag, 28. Dezember: ich hoere abends aus der Kueche seltsame Geraeusche. Der Boiler springt immer wieder an, um nur ein paar Minuten spaeter wieder auszugehen. Reichlich haeufig fuer meinen Geschmack. Nicht gut. So im Winter und so. Gar nicht gut. Wir schalten das Teil aus, arrangieren einen Termin fuer den engineer am 31. Dezember und troesten uns mit dem Gedanken, dass, wenn alles schief geht, wir zumindest ein warmes Wohnzimmer haben. Fireplace! Yeah, baby!
Zwischenmeldung Fuchsbau: ich hab den Eingang mit alten Handtuecher, Kissenbezuegen und aehnlichem Stoffteilen getraenkt in fox repllent blockiert. Lecker. Falls Fuchs drin, kommt er raus, falls Fuchs draussen, will er nicht mehr rein. Alte Guerillataktik, mir macht keiner was vor.
Samstag, 29. Dezember, morgens frueh. Wir schalten die Heizung ab, dem Himmel sei Dank ist es einigermassen warm draussen, wir wollen in die Stadt, endlich mal etwas unternehmen, lecker Mittag essen. Mein Maedchen lauscht und meint, da sei aber ein seltsames Rauschen zu hoeren, da am Boiler, obwohl er doch ausgeschaltet waere. Ich, boeses ahnend, ueberpruefe den Wasserzaehler, und wirklich, der Mistkerl dreht sich rund herum, verflucht fix, da koennen sich die Maedels vom Bolschoi 'ne Scheibe abschneiden. Und das waehrend nirgendswo im Haus Wasser aufgedreht ist. Geddit? Schoene Scheisse. Ich steige auf den Speicher, um den Tank zu ueberpruefen, nichts. Ich leuchte hinter die Bodenbretter unter der Waschmaschine und Spuele, nichts. Ich laufe aussen um's Haus herum, nichts. Ich ueberpruefe die Wanne und das Bad, nichts. Wir verlieren ca. zwei Liter Wasser pro Minute. das sind genau zwei Liter Wasser zuviel. Wasser aus, Heizung aus. Termin fuer den engineer vom 31. auf den 30 Dezember vorverlegt. Erm, yes, it's rather urgent, you see. Auf dem Rasen liegt ein Handtuch. Wir wissen wieso. Sollte irgendwo bei Nachbarn ein weiteres Handtuch liegen, das nach Fuchs stinkt, koennte das fuer Erstaunen sorgen. Ah well. Der Fuchsbaueingang ist erstmal dicht. Schluss mit lustig. Ich schuette alles voll mit Steinen. Naechstes Jahr bekommt der shed eine Regenrinne. Damit mir nicht mehr foltertechnisch der stete beschissene Wassertropfen auf den Kopf troepfelt. Beim Fuchsbauverstopfen. Anyways, fuchsfreie Zone galore.
Sonntag, 30. Dezember: der engineer kommt und ueberprueft den Boiler. Ist ganz normal, dass er immer wieder angesprungen sei, sagt er, durch den staendigen Wasserverlust wuerde die Maschine quasi denken, dass sie anspringen muesste. Ein Boiler kann nicht denken, ich weiss. Der engineer ist ein ausserordentlich freundlicher Mensch, der noch, waehrend er gemuetlich Kaffee schluerft, erzaehlt, er habe sich ueberreden lassen fuer diesen Sonntagsdienst, eigentlich sei er zu alt fuer so einen Quatsch. Nach all den Jahren. So, es ist offiziell, wir haben Rohrburch. Vermutlich unter dem Kuechenboden. Der engineer spricht mit den Klempnerleuten, wir haben einen Termin fuer den 31. Dezember. Ja, warum auch nicht. Zeit fuer ein erfrischendes alkoholisches Getraenk. Oder zwei. Oder drei. Oder vier.
Zwischenmeldung: all quiet on the dentist front. Thank f*** for that.
Ich kann den scheiss Regen nicht mehr sehen.
Nein, das da rechts neben dem shed sind keine toten Fuechse sondern Ziegelsteine.
Montag, 31 Dezember: der Klempnermensch ruft morgens frueh an und meint, er sei in zwanzig Minuten bei uns. Life saver! Und wirklich, zwanzig Minuten spaeter klopft eine freundlicher Brite mit heftigstem wunderschoenen Londoner Akzent an und laesst sich unser Leid schildern. Und der Mann findet das Leck. Amazing. Und nicht nur das, das Rohr ist zwar kaputt, aber nicht mitten unter der Kueche. Reparierbar. Aber der Job ist zu gross. Problem. Er zieht von dannen. Naechste Woche werden sie kommen, zwei Kuechteile abmontieren, den Boden an der Wand aufreissen, und den ganzen Mist dichtmachen. Bis dahin haben wir kaltes Wasser und sogar fuer kurze Zeit waehrend des Tages heisses Wasser. Easy, innit?
Zeit fuer eine erfrischendes alkoholisches Getraenk oder fuenf.
Und frohes Neues, ne?
Recent Comments