Posted by Konstantin Binder on 24/08/2010 in London erleben | Permalink | Comments (4)
Ueber die Tower Bridge hab ich in all den Jahren nie schlecht gesprochen, erstaunlich, gehoert sie doch zu den klassischen Attraktionen der Stadt, und solche Vokabeln erzeugen bei mir immer eine leicht bis mittelschwere allergische Reaktion. Ich mag die Bruecke, sie ist erstaunlich haesslich und zugleich faszinierend, wenn man sich ueberlegt, wieviel Wissen und Arbeit es gebraucht hat, um sie zu bauen.
Also folgt nun keine Meckerei (Fraeulein Tussaud, don't get me started), stattdessen eine Aneinanderreihung von Fakten und Anekdoten.
Die Bauzeit betrug acht Jahre, am 30. Juni 1894 wurde die Bruecke vom damalige Prince of Wales und seiner Frau eroeffnet.
1968 probierte Lieutenant Alan Pollock aus, ob seine Hawker Hunter unter den walkways durch die Bruecke passen wuerde. Sie passte. Allerdings meinten Pollocks Vorgesetzte nach dem Flug, dass er nicht mehr in die RAF passen wuerde.
Das Gesamtgewicht betraegt ca. 81.000 Tonnen.
In den ersten Jahrzehnten lag an der Bruecke ein Schlepper vor Anker, um Schiffen in bedrohlichen Situationen zu helfen. 1944 wurde der Schlepper von einer V1 Rakete (die Deutschen mal wieder) versenkt, die von der Bruecke abprallte.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Bruecke betraegt 20 miles per hour. Das maximal zugelassene Gewicht pro Fahrzeug betraegt 18 Tonnen.
Tower Bridge ist die einzige bewegliche Bruecke ueber der Themse.
Die beiden Tuerme sind 65 Meter hoch, die Bruecker 244 Meter lang.
Tower Bridge wird ca. 1000 mal pro Jahr geoeffnet. Die bridge lift times kann man natuerlich im Netz verfolgen.
1952 fuhr ein 78 double-decker genau in dem Augenblick ueber die Bruecke, als sich die Brueckenteile hoben. Die Warnsysteme hatten versagt. Der Fahrer entschloss sich Gas zu geben und der Bus ueberquerte quasi segelnd eine ein Meter lange Luecke zwischen den Armen. Niemand wurde ernsthaft verletzt.
Tower Bridge wird von den Bridge House Estates finanziert und betrieben.
Tower Bridge ist eine Stahlbruecke, urspruenglich hatten man den beiden Brueckenteile einen schicken braunen Anstrich gegoennt.
Ungefaehr 40.000 Menschen benutzen die Bruecke pro Tag.
Die Baukosten betrugen £1.184.000. Das ware damals eine Menge Holz.
Die Arme wurden bis 1976 durch Dampfkraft bewegt, seitdem sorgen Oel und Elektrik fuer den Antrieb der Hydraulik.
Die Bruecke ist bei Lloyds of London als Schiff versichert, waehrend der ersten 23 Betriebsjahre bedienten sie ausschliesslich ehemalige Matrosen und Marinepersonal.
Die Tower Bridge hat einen twitter account.
Posted by Konstantin Binder on 22/08/2010 in London erleben | Permalink | Comments (10)
Eine der schoensten Uhrensammlungen Londons befindet sich im Besitz der (wie koennte es anders sein) Vereinigung der Uhrmacher Grossbritanniens, der Worshipful Company of Clockmakers.
Die Clockmakers' Company gehoert zu den mit Zuenften vergleichbaren sogenannten Livery Companies der City of London und wurde 1631 gegruendet. Die Bibliothek der Company existiert seit 1813, ein Jahr spaeter fing man die Uhrensammlung an, die man besuchen kann:
"The Clockmakers’ Museum situated at Guildhall in the City of London is the oldest, and is considered by many to be one of the finest collections of clocks, watches and sundials in the world."
Ueber 600 Gross- und Kleinuhren sowie Chronometer sind zu bewundern, und Menschen, die, genau wie ich,(aus was fuer seltsamen Gruenden auch immer) eine Leidenschaft fuer Zeitmessung ihr eigen nennen, sollten sich den Besuch nicht entgehen lassen.
The Clockmakers' Museum and Library
Guildhall
London EC2V 7HH
Montag bis Samstag 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr
Eintritt frei
Tempus Rerum Imperator
Posted by Konstantin Binder on 17/08/2010 in London erleben | Permalink | Comments (0)
Anscheinend habe ich in diesem Blog noch nie einen Ort als magisch bezeichnet. Sagt die grosse Suchmaschine. Das ist erstaunlich, und die Vokabel wird hiermit hoechstoffiziell hinzugefuegt, denn zu Sir John Soane's Museum faellt mir das Wort magisch ein. Sofort und ganz selbstverstaendlich.
John Soane (1753 - 1837) war ein britischer Architekt, und wie das mit Architekten haeufig so ist, sie bauen nicht nur anderer Leute Gebaeude, sie stecken auch gern viel Energie und Kreativitaet in die eigenen Behausungen. Soane machte da keine Ausnahme. Er kaufte sich im Lauf seines Lebens an der Nordseite der aussergewoehnlichen Lincoln's Inn Fields drei Haueser und liess sie verbinden und komplett umbauen. Das Museum ist also Soane's ehemaliger Wohnsitz und beherbergt seine Sammlung von 30.000 architektonischen Zeichnungen. Und eine Bibliothek. Und ein Fruehstueckszimmer. Und ein Studierzimmer, eine Gallerie, Innenhoefe, diverse andere Salons, Gaenge, Kammern und Raeume, ein Sarkophag, Kunstobjekte, Gemaelde und Zeichnungen, zahlreiche architektonische Feinheiten, ein wahrlich magischer, harmonischer und charmanter Ort.
Es gibt unglaublich viel zu entdecken, und das, obwohl bisher nur die Haelfte der Raeumlichkeiten zugaenglich ist. An der anderen Haelfte wird heftigst gearbeitet. Ein Juwel von einem Museum, bitte unbedingt besuchen.
Ich empfehle, gleich morgens um 10:00 Uhr zu kommen, das Museum kann sich schnell fuellen, und dann wird es eng, und man muss eventuell warten, bis man hineingelassen wird.
13 Lincoln's Inn Fields
London, WC2A 3BP
Dienstag bis Samstag, 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Eintritt frei, keine Photos, Taschen muss man abgeben
Posted by Konstantin Binder on 13/07/2010 in London erleben | Permalink | Comments (5)
Lambeth Council hat dem Zeitgeist auferlegt, fuer's Halbfinale und fuer's Finale Tickets zu verkaufen. Die hatten wohl ein klein wenig Sorge, denn bestaetigten Berichten zufolge ist da zu den Spielen der Baer los. Und was machen die Zeitgeistler? Sie machen was ganz was Feines. Sie versteigern den besten Tisch zum Finale bei ebay. Die Erloese gehen an eine charity, klare Sache.
Fuer alle anderen Plaetze gilt, ganz fix anrufen, first-come, first-served.
Posted by Konstantin Binder on 08/07/2010 in London erleben | Permalink | Comments (0)
Drei Jahre haben sie entwickelt, geplant und gebaut. £20 Millionen hat es gekostet. Seit 28. Mai kann man die neuen "Galleries of Modern London" im Museum of London besuchen. Bischen arg flach formuliert, aber nehmt dies, geneigte Leserinnen und Leser: das Warten hat sich gelohnt. Aber dermassen.
Absolut grandios.
Hingehen bitte.
Bilder.
Museum of London
London Wall
London EC2Y 5HN
Monday to Sunday: 10am - 6pm
Eintritt frei
Posted by Konstantin Binder on 13/06/2010 in London erleben | Permalink | Comments (1)
Auch so ein Tagesordnungspunkt, den man als zugereister Londoner ordnungsgemaess lange vor sich herschiebt. In meinem Fall zemlich lange geschoben. Westminster Cathedral, die groesste Roman Catholic church in England. Klassiker. Ich fuehle mich nicht unbedingt magisch von Gotteshaeusern angezogen, aber die cathedral ist eindrucksvoll, und vor allem besitzt sie einen 83 Meter hohen Turm. Und auf denn kann man rauf. Einfach so, in einem Lift, fuenf Stirlinge kostet es, und der Ausblick ist wirklich vorzueglich. Zumal Westminster Cathedral zwar auf den Besichtigungslisten der Touristen steht, der Turm selbst jedoch kaum erwaehnt wird. Das ist schade, aber auch angenehm, denn wenn man im cathedral shop gleich links hinter dem Haupteingang zu Beginn der Oeffnungszeiten sein Ticket kauft, hat man gute Chancen, oben auf dem Turm allein zu sein. Der Lift wird von freundlichem Personal bedient, viel Zeit ist nicht auf dem Weg nach oben, aber es reicht fuer einen kleinen Schwatz.
Dann hinuntersehen, Details entdecken, Menschen beobachten.
Westminster Cathedral Tower
42 Francis StreetLondon SW1P 1QW
April bis November: 9.30 Uhr bis 12.30 Uhr und 13.00 Uhr bis 17:00 Uhr
Dezember bis Maerz: 9.00 Uhr bis 17:00 Uhr
Posted by Konstantin Binder on 24/05/2010 in London erleben | Permalink | Comments (0)
Stave Hill ist ein kuenstlicher Huegel angrenzend an den Stave Hill Ecological Park in Rotherhithe, southeast London. Der Huegel entstand Mitte der 80er Jahre im Rahmen von staedtebaulichen Neugestaltungen in Rotherhithe durch die London Docklands Development Corporation.
Stave Hill ist gerade mal knapp zehn Meter hoch. Ja richtig, zehn Meter. Aber, der Blick von diesem kleinen Huegelchen ist wirklich erstaunlich: Canary Wharf, klar, ist ja gleich gegenueber, City of London mit Tower 42, Gurke und allem drum und dran, Tower Bridge, Guy's Hospital, und suedwestlich Crystal Palace transmitter und Croydon transmitter. Angeblich soll man bei klarem Wetter sogar Wembley Stadium sehen koennen, aber das wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls, Rotherhithe wird sowieso unterschaetzt, ist ein wirklich interessanter Stadtteil, und wenn man mal dort ist, bitte den Huegel nicht vergessen, es waere schade, weil sehr besuchenswert.
Posted by Konstantin Binder on 16/05/2010 in London erleben | Permalink | Comments (1)
Liebes NHM, wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Ich besuche Dich regelmaessig, zumeist, um Deine wunderbaren Sonderausstellungen zu geniessen, und einmal weilte ich in Deinen famosen Hallen fuer einen besonderen Anlass, Du erinnerst Dich sicher.
Aber ich habe Dich hier noch nie gebuehrend gefeiert und erwaehnt. Das ist unverzeilich, und darum moechte ich dies gern jetzt nachholen.
"Our vision is to advance our knowledge of the natural world, inspiring better care of our planet. Our mission is to maintain and develop our collections, and use them to promote the discovery, understanding, responsible use and enjoyment of the natural world."
70 Millionen Objekte, Ausstellungsstuecke aus Flora und Fauna, Darwin Centre, eine der groesste Meteoritensammlungen der Welt, Ausstellungen ueber das Leben und ueber die Erde, Dinosaurierskelette, Fische, Insekten, Fossilien, Saeugetiere, Voegel, Reptilien, Mineralien...
Das Natural History Museum ist eines der grossartigsten und spannendsten Museen Londons. Eintritt frei seit 1881 (siehe Kommentare).
Natural History MuseumCromwell Road
London SW7 5BD
Entry is free (there is a charge for temporary exhibitions)
Monday to Sunday 10:00 - 17:50Posted by Konstantin Binder on 20/04/2010 in London erleben | Permalink | Comments (11)
Rotherhithe Tunnel ist ein Strassentunnel und verbindet Limehouse in North London mit Rotherhithe in South London. Unter'm Fluss. Wieso heisst er eigentlich nicht Limehouse Tunnel? Egal. Der Tunnel ist 1,5 Kilometer lang, etwas mehr als hundert Jahre alt, zweispurig und muss zu fiesen Zeiten mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Tag schlucken. Vor hundert Jahren waren es 2.500. Auch nicht schlecht. Rotherhithe Tunnel gehoert angeblich zu den gefaehrlichsten Tunneln Europas.
Man kann und darf ihn auch als Fussgaenger benutzen. Sollte man aber nicht unbedingt. Ist wirklich nicht zu empfehlen. Kann man aber. Muss man aber nicht. Mehr als durchschnittlich zwanzig Leute (alle bekloppt) pro Tag machen das wohl auch nicht. Ich wollte es natuerlich ausprobieren. Ich bin auch bekloppt.
1,5 Kilometer koennen erstaunlich lang sein. Frei nach Einstein, Relativitaet der Distanz, oder so. Die Autos duerfen zwar nicht mehr als 20mph schnell (oder langsam) fahren, aber die beiden, Buergersteige ist wohl eher grosszuegig ausgedrueckt, ich weiss auch nicht, platforms, rechts und links erinnern an schmale Pfade in den Bergen. Der Schmalheit wegen. Fahrradfahrer benutzen die Dinger auch, auf den Fahrbahnen zu radeln, naja, also, nein.
Der Geraeuschpegel ist enorm und ueberwaeltigend. Der Tunnel scheint die Abrollgeraeusche der Reifen zu verstaerken. Es klingt wirklich ueberragend laut und boese. Die Luft ist super (nicht), und nach 1,5 langen Kilometern freut man sich kolossal ueber Tageslicht.
Fassen wir zusammen. Zu Fuss gehen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Echt nicht.
Posted by Konstantin Binder on 07/04/2010 in London erleben | Permalink | Comments (10)

© 2001 – 2010 Konstantin Binder. London ist gut zu mir gewesen. Ich denke, ich schulde es der Stadt, ab und zu ueber sie zu berichten. Est. 15 January 2004. No tourists were harmed or injured or shouted at (knowingly) in the making of this website. londonleben(at)mac(dot)com
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