Eine kurze Szene in dem wunderbaren Pixar Film "Up" hat mich bewegt hat, hat mich erschreckt. Wenige Sekunden nur, nicht wirklich wichtig fuer den Film. Carl und Ellie sparen, um sich ihren Traum zu erfuellen, aber wie das so ist im Leben, Dinge passieren, die einen finanziell belasten, Reparaturen am Haus, ein platter Autoreifen, ein gebrochenes Bein.
Sekunde mal, ein gebrochenes Bein?
Es gibt Laender, deren Verwaltungen und politische Systeme so verfault und so korrupt sind, dass die Machthaber noch nicht mal im Traum daran denken wuerden, der Bevoelkerung Krankenhaeuser mit qualifizierten Aerzten zur Verfuegung zu stellen. Und es gibt ein Land, das gern mal als "greatest nation on earth" bezeichnet wird. In dieser "greatest nation on earth" existiert keine allgemeine kostenfreie medizinische Versorgung. Und deshalb kann eine gebrochenes Bein, wenn man keine private Versicherung hat, sehr viel Geld kosten. Und weil der Film in genau diesem Land produziert wurde, hat sich sicher kein Buerger besagter Nation, der dieses Szene sah, etwas dabei gedacht.
Ja klar, ist eben so, das ist Amerika.
Ich hatte vor vielen Jahren mal das Angebot bekommen, fuer einige Jahre nach New York zu gehen, um dort fuer einen Verlag zu arbeiten. Aus verschiedenen Gruenden ist daraus nichts geworden und ich habe abgelehnt. Stattdessen hat es mich in ein Land verschlagen, das mal eine der groessten Nationen der Welt war. Auch das hat sich aus verschiedenen Gruenden zerschlagen, aber eines scheint hier im Bewusstsein der Menschen fest verankert zu sein. Wenn eine Nation die eigenen Leute nicht gesund haelt, taugt die Nation zu gar nichts. Wer in Grossbritannien legal lebt, hat automatisch Anrecht auf medizinische Versorgung. Ganz egal, ob man arbeitslos, arm, halbtot oder reich ist, es macht keinen Unterschied. Wuerde ich mir hier mein Bein brechen, haette ich Anspruch auf kostenfreie Behandlung. Weil ich hier lebe.
Ich habe die Entscheidung, nicht nach New York zu gehen in der Vergangenheit oft bereut. Aber diese Zweifel gibt es nicht mehr, schon vor vielen Jahren habe ich aufgehoert darueber nachzudenken. Nicht nur, weil ich dieses Land liebe, sondern vielleicht auch weil es hier keine reaktionaeren Vollidioten wie eine gewisse Exgouverneurin gibt, die sich allen Ernstes gegen Barack Obamas Gesundsreform stellen. Die NHS gehoert zu Grossbritannien, und so wird es hoffentlich immer sein. Auch hier hat es viel zu viele right wing arseholes, aber selbst die sind nicht so abgrundtief daemlich wie besagte Bande hinter dem grossen Wasser und wissen in ihren wachen Momenten, dass daran nicht zu ruetteln ist.
Wenn eine sogenannte Nation die eigenen Leute nicht gesund haelt, taugt die Nation zu gar nichts.
Period
Schmucks!

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