Lundy ist die groesste Insel im Bristol Channel, ca. 5 Kilometer lang und 1 Kilometer breit, sie liegt knapp 20 Kilometer von der Kueste Devons entfernt. Die hoechste Erhebung, Tibbet's Hill schafft es immerhin auf 142 Meter, Respekt. Die Insel liegt strategisch guenstig zwischen Devon und Wales (die Menschen denken ja seit Jahrhunderten in solchen Vokabeln, seltsam), seit ich weiss nicht wievielen hundert Jahren haben Menschen dort gelebt und strategisch gedacht, sogar die Tempelritter besassen die Insel mal (der Gral, der GRAL!). Seit 1968 gehoert die Insel dem National Trust und wird vom Landmark Trust verwaltet. Und man kann sie besuchen.
Die MS Oldenburg faehrt dorthin, eine Faehre, nein, ein Kutter eher, naja, ein grosser Kutter. Zwei Stunden benoetigt das Schiff, der alte Diesel bahnt sich gemuetlich seinen Weg durch das Wasser, entweder ab Ilfracombe oder ab Bideford, je nach Jahreszeit. Freundliche dunkelbraun gebraeunte Seebaeren kuemmern sich um das Wohl der bis zu 250 Passagiere, die Sorte Seebaer, die sich morgens die Gesichtshaut dehnen muss, damit das mit dem Rasieren klappt, wettergegerbt nennt man das wohl.
Viereinhalb Stunden hat man bei einem Tagesausflug Zeit die Insel zu erkunden, und es gibt mehr als genug zu entdecken, Seehunde, allerlei Voegel, spektakulaere Klippen, alte Gebaeude, Wanderwege, famose Sache, das. Lundy darf sich stolz "Site of Special Scientific Interest", "Marine Nature Reserve" und "Marine Conservation Zone" nennen.
Gut und lecker zu essen mitnehmen, fuer das Picknick mit Blick auf Atlantik und mit etwas Phantasie auf Amerika, denn nichts, aber auch gar nichts liegt zwischen Lundy und Newfoundland, festes Schuhwerk, eine warme Jacke, um den Wind abzuwehren, mehr braucht es nicht. Oh, und bitte das Fernglas nicht vergessen, wichtig.
Man darf dort auch uebernachten, aber wem das als Idee vorschwebt, dem sei gesagt, dass die Haueser, die der Landmark Trust zur Naechtigung anbietet, schnell ausgebucht sind. Dann wieder, dort abends, bei einem feinen Whisky oder zwei dem Tag dabei zusehen, wie er sich dem Ende zuneigt, tempting, Ladies and Gentlemen, tempting.
Lundy eignet sich ganz wunderbar fuer einen Wochenendausflug von London aus, in vier Stunden ist man in Devon, ein B&B ist schnell gefunden, unseres in Ilfracombe war sehr christlich, ob man denn bitte am Sonntag vor 10:00 Uhr abfahren koenne, man muesse die Kirche besuchen gehen. Fair enough, davon abgesehen gab es keine Klagen, das Fruehstueck war famos, und wie fast ueberall an der Kueste im Suedwesten findet sich schnell ein gutes Seafood Restaurant, perfekt nach einem langen Tag mit viel Beinarbeit, dann eine lockerer Zehnstuender, Schlaf meine ich.
Langsamkeit, Ruhe, Ausgeglichenheit, life is good.
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