Vor 75 Jahren liess sich der damalige Reichsminister des Aeusseren und deutsche Botschafter Joachim von Ribbentrop in Pinner im Nordwesten Londons ein Haus bauen. Die Botschaft war damals in 7 & 8 Carlton House Terrace in St James untergebracht. Obwohl er die meiste Zeit im Botschaftsgebaeude arbeitet, hatte von Ribbentrop anscheinend keinesfalls die Absicht waehrend seiner Zeit als Botschafter in London die Wochenenden in der Innenstadt zu verbringen. Das grosszuegige Privatanwesen in der South View Road in einem kleinen Ort im Nordwesten war zur Entspannung gedacht.
Noch heute schwirren allerlei Geruechte sowohl zum Interieur der ehemaligen Botschaft als auch zu von Ribbentrops Anwesen herum. Hakenkreuze sollen im Boden eingelassen worden sein, Marmor aus dem damals faschistischen Italien sei verwendet worden, das Haus sei aus deutschem Ziegelstein gebaut worden.
Von Ribbentrop liess das Haus "Sans Souci" benennen, und bis 1938 lebte er in London. Danach uebernahm fuer kurze Zeit der Diplomat Herbert von Dirkssen den Job, aber ab 1939 herrschte aus offensichtlichen Gruenden diplomatische Funkstille. Bei Wikipedia heisst es eher gnaedig "diplomatic relations disrupted duer to World War II".
Nach von Ribbentrop wurde das Anwesen in Pinner einer Schwester von Herman Goering uebertragen, bevor sie mit einem Internierungslager auf der Isle of Man Bekanntschaft machte, danach diente das Haus der Royal Airforce als officers mess.
Aber heute und seit siebzehn jahren wohnt in dem Haus eine juedische Familie: “All of my mother's Polish family were wiped out, I only know one person that survived. That was on mind when we moved in, but now we have created our own history. We have our own memories.”
Moege er sich in seinem verfluchten Grab herumdrehen.

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