Wir fahren ueber den Atlantik. Meine Guete.
Mit der Reisebestaetigung in der Tasche und einem Jahr Zeit sollte man meinen gaebe es nicht mehr viel zu tun. Ja klar.
Erstmal das wichtigste: lesen, lesen, lesen. Es gibt im Netz genug Information, die website von Cunard ist ein guter Anfangspunkt, Flickr fuer Photos und natuerlich kann man sich auch beim genialen wenn auch leicht verrueckten (sorry, Sir) Man in Seat 61 fabelhaft informieren.
Was mitnehmen. Oh Gott, was nehmen wir denn bloss mit? Klamotten: mal scheint die Sonne, mal regnet es, es ist nicht wirklich kalt, kann aber morgens und nachts maechtig frisch sein, und ungefaehr nach Umrundung der Isle of Wight bis New York ist es eigentlich immer windig. Mal mehr, mal weniger, mal sehr viel mehr. Dazu der Nebel, der aber so schnell wieder verschwindet wie er kommt. Klamotten also entsprechend. Natuerlich gibt es an Bord einen laundry service und self service washing machines und tumble dryers.
Ah, und dann waere da noch die Kleinigkeit der Klamottenwahl fuer den Abend.
Dress Codes
Formal (drei Abende): Black tie or formal dark suit for gentlemen. Evening dress or other formal attire for ladies.
Semi-formal (zwei Abende): Jacket and tie for gentlemen. Cocktail dress or trouser suit for ladies. No jeans.
Elegant Casual (zwei Abende): Jacket, no tie required for gentlemen. Dress, skirt or trousers for ladies. No jeans.
Kerle haben's leicht. Einmal Black Tie (gibt's wirklich gute bei M&S, und die tragen hier im UK viele, weil sie billig und gut sind) und ein Anzug, Sache erledigt. Maedels, hm, ich wuensche Geduld und Spass bei der Auswahl...
Vollgepackte Kindles und iPads sind empfehlenswert aber nicht notwendig, es gibt soviel auf dem Schiff zu tun, dass einem nicht langweilig wird. Buecher, ja klar, aber es gibt auch eine Buecherei. Spiele wer mag, natuerlich auch an Bord erhaeltlich.
Naechster Punk: Visum und Pass. Ist der Pass auch wirklich zur Einreise zugelassen. Ist er das auch WIRKLICH? Allein das zehnmalige wiederholte Kontrollieren braucht Zeit. Gesundheit: Natuerlich gibt's an Bord Arzt und medizinisches Personal, bei so vielen Menschen (noch dazu reisen viele aeltere Menschen) ist das wichtig. Cunard befragt einen vor Antritt der Reise nach der Krankenversicherung. Gepaeck: joa, trolleys halt und trouser bags fuer die Abendgarderobe, easy.
Durchatmen.
Was noch? Haben wir alles? Was muessen wir noch bedenken?
WAAAAAA!
Man glaubt gar nicht, wieviel Zeit man im Laufe eines Jahres mit Reisevorbereitung und unnoetigem Stress verbringen kann.
Macht aber auch voll die Laune.
Aber, die Deutschen, ne? Gruendlich wie die Steuerpruefer. Ich vergass cufflinks einzupacken (an Bord gekauft), mein Maedchen hatte nicht wirklich windstoppende Jacken dabei (cooler QM2 hoodie an Bord gekauft). Sonst alles richtig gemacht. Nicht schlecht. Siehe oben, lesen, lesen, lesen.
Ich glaube, eine der seltsamsten Umstaende bei einer Schiffsreise ist die Tatsache, dass man eine Woche lang quasi gefangen ist. It is what it is. Man kann nichts machen, sollte irgendwas passieren. Man ist natuerlich ueber mobile phones erreichbar, es gibt eine Satelliten-Internet-Verbindung, aber man kann trotzdem nichts machen. Ich finde das ungeheuer beruhigend. Ernsthaft.
House- und catsitter?
Lift nach Southampton?
Rueckflug und Hotel in New York gebucht?
Yes, all done.
Can we chill out now please.
No.
OF COURSE NOT!
WE'RE SAILING TO AMERICA!
Es ist amüsierend und beruhigend zu lesen, daß auch Du versuchst, ohne Checkliste auszukommen. Daß Dir da nur die cuff links fehlen, ist bemerkenswert. ;-)
Anderen Leuten gehen da deutlich größere Sachen (in der Größenordnung eines 4-Mann-Zeltes) durch die Lappen...
E.
Kommentiert von: EckyH. | 26. August 12 um 09:28