Der zweite Tag.
Langsam.
Alles.
Es gibt so viel an Bord zu tun und zu sehen und zu erleben, eine Woche ist lang, wir werden schon nichts verpassen.
Abends kommt die Schiffszeitung. Sie heisst Daily Programm und ist eine Mixtur aus Veranstaltungshinweisen, Wetterbericht und etwas Werbung. Cunard bemueht sich wirklich, den Reisenden viel Entertainment zu bieten. Ich weiss aber ehrlich gesagt gar nicht, ob das so wichtig ist.
Wir fangen an, einen anderen Rythmus zu leben, der sich im Laufe der Woche als normal einstellen wird. Wir stehen auf, wenn wir aufwachen, wir setzen uns hin wenn und wo wir moechten, wir essen wenn und wo wir moechten, wir schlafen wenn wir muede sind.
(XL)
Das Schiff hat mittlerweile hoechstoffiziell Europa und europaeisch-geologische Platten oder wie das heisst hinter sich gelassen und ist seit ca. 6:30 Uhr morgens im Atlantik unterwegs. Wir wachen auf, und blicken auf den Atlantik. Wir reisen auf dem Atlantik.
Das kling schrecklich banal, aber morgens im Bett zu liegen und auf den Atlantik zu blicken ist schon irre.
Jeden Tag um 12:00 erfolgt die Kapitaensdurchsage, also bitte, Konzentration, der Mann und seine Offiziere erzaehlen wo wir sind, was wir tun und ueberhaupt. Am ersten Tag nehmen wir das eher so hin, aber dann wird es zum Ritual, es macht Spass dem Mann zuzuhoeren, der unseren Dampfer mit 5000 Menschen nach New York faehrt. Wie man das so macht. Mal eben so.
Mit dem Atlantik kommen auch die Wellen, bis zu 2,5 Meter an dem Tag. Ich schaetze mal das ist gar nichts, aber der Dampfer rollt schon ein wenig, man gewoehnt sich daran, zumal wir irgendwelche Tabletten nehmen, die an Bord erhaeltlich sind.
Zu unseren Essensprogramm gehoert wir schon erwaehnt die Kategorie Britannia Club. Das heisst wir koennen im Hauptrestaurant essen wann wir wollen, wir haben einen Einzeltisch, und wir speisen in einem kleinen abgetrennten ruhigem Bereich des Restaurants. Ueber die Kleideretiquette auf der Queen Mary 2 wurde schon viel geschrieben, Cunard moechte fuer die Reise eine gewisse Exklusivitaet aufrechterhalten, das kann man verstehen. Die meisten Gaeste halten sich daran, aber auch der schwarze Anzug wird z. B. an einem formal evening geduldet.
Samstg war der erste formal evening, und wir haben es genossen. Black Tie uebergestreift, aber anders als in der Stadt braucht man natuerlich kein Taxi um nach Hause zu kommen, noch nicht mal eine Jacke, falls es kalt ist, kein Geld, gar nichts. Grossartig. Unser waiter im Restaurant uebt sich in unauffaeliger Perfektion, nach nur kurzer Zeit merken sich die Leute unsere Gewohnheiten. Wir werden umsorgt und versorgt, ueberhaupt ist das Personal auf dem Schiff fabelhaft geschult. Impeccable.
Dann noch drinks in einer der bars, und nicht vergessen, die Uhr wieder eine Stunde vorzustellen, wie fast jede Nacht.
Wir fahren weiter auf dem Atlantik.
Richtung Westen.
Wunderschön geschrieben. Man spürt die Freude, die ihr erlebt habt. Will ich jetzt auch erleben... :-)
Kommentiert von: Andreas Obrock | 05. November 12 um 21:50